Zögerlicher Umbau der Stromerzeugung in den USA

Die vier Jahre unter Präsident Donald Trump haben die USA zur Schnecke unter den Staaten gemacht, die in erneuerbare Energien investieren. Die Bevorzugung fossiler Quellen hat tiefe Spuren hinterlassen – mit einer Ausnahme.

Am 27. Dezember des vergangenen Jahres gab es in Deutschland einige Minuten, in denen der ganze Strom aus erneuerbaren Energien kam. Davon sind die USA Lichtjahre entfernt, wie die neuesten Zahlen über die Stromerzeugung zeigen. Demach konnten die erneuerbaren Energien ihren Anteil in den vergangenen drei Jahren lediglich von 17,5 auf 20,6 Prozent steigern – gegenüber, je nach Berechnung, rund 50 Prozent in Deutschland.

Trumps Liebe zu Öl und Gas

Schuld an der schleppenden Dekarbonisierung der Stromerzeugung hat der abgewählte US-Präsident Donald Trump, der massiv die Öl- und Gasförderung in den Vereinigten Staaten unterstützt hatte und aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 ausgestiegen war. Die Folgen sind unübersehbar. Nicht nur dass die erneuerbaren Energien in seiner Amtszeit im Schneckentempo vorankamen, im gleichen Zeitraum konnte die Stromproduktion aus klimaschädlichem Erdgas ihren Anteil sogar stärker ausbauen von 34,9 auf 39,9 Prozent. Den Trend zu noch mehr Erdgas versucht Trumps Nachfolger Joe Biden nun zu stoppen, unter anderem indem er als eine seiner ersten Amtshandlungen die geplante Pipeline von Kanada in den USA stoppte und dem Pariser Abkommen wieder beitrat.

Pech für die Kohlekumpel

Eine Gruppe in der Energiewirtschaft vergraulte Trump allerdings trotz seiner fossilen Wahlversprechen: die Kohlekumpel. Denn der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung in den USA brach von 27,3 auf 19.1 Prozent ein, also um fast ein Drittel. Ursache ist unter anderem die sinkende Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Erdgas.

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