Stromerzeugung
Deutschland 2020 – Erneuerbare legten deutlich zu

Die Pandemie hinterlässt ihre Spuren in der Energiewelt. Fast sechs Prozent weniger Strom als 2019 speisten Windmüller, Sonnenstromer oder die Betreiber von Kohle- und Atomkraftwerken im vergangenen Jahr ins Netz ein. Gute Nachricht für Klimakämpfer: Der Anteil des nachhaltig erzeugten Stroms stieg auf 47 Prozent.

Aus den vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) geht hervor, dass größte Teil des in Deutschland generierten Stroms, etwa ein Viertel, aus Windanlagen stammte. Damit erzielte 2020 erstmals ein erneuerbarer Energieträger den höchsten Anteil an der Strommenge. Diese Position hatte bislang die Kohle gehalten. Das durch Wind produzierte Energievolumen war mit 128 Terrawattstunden insgesamt um 5,4 Prozent größer als im Vorjahr.

Noch stärker konnte die Solarenergie ihren Anteil ausbauen. Mit 8,4 Prozent Zuwachs legte sie unter allen Energieträgern vergleichsweise am stärksten zu. Allerdings liefert die Solarenergie nur neun Prozent des inländisch produzierten Stroms und hat deshalb noch viel Luft nach oben. Das gleiche gilt für die Stromerzeugung aus Biogas, die nur sechs Prozent zur Versorgung aus Inlandsquellen zusteuert. Mit nur zwei Prozent Zuwachs stagnierte der Energiebeitrag von Biogasstrom fast. Klare Verlierer sind die konventionellen Energien. Die Quote des in Deutschland erzeugten Kohlestroms ging um 21.5 Prozent zurück. Auch der Anteil der Atomenergie nahm um 14,2 Prozent ab.

Seit fast zwanzig Jahren führt Deutschland mehr Strom aus als ein

Für die geringere Stromerzeugung – bei gleichzeitig gestiegenem Quantum der Erneuerbaren und weniger Kohlestrom – ist nach Meinung von Destatis auch der Lockdown im Frühjahr 2020 verantwortlich. Der im Vergleich geringe Strombedarf konnte zu einem großen Teil aus nachhaltigen Energiequellen gedeckt werden. Wegen des Einspeisevorrangs für Solar, Wind & Co. mussten viele konventionelle Kraftwerke auf kleinerer Flamme laufen.

Einziger Gewinner unter den konventionellen Lieferern waren die Erdgaskraftwerke. Sie konnten ihre Lieferungen um 3,6 Prozent steigern. Grund dafür ist die größere Flexibilität, die wegen des höherem Anteils von wetterabhängigen Stromquellen wie Solar und Wind häufiger zum Tragen kam. Ähnliches galt für den Importstrom, dessen Volumen um fast ein Fünftel anstieg. Allerdings exportiert Deutschland seit 2002 mehr Strom in die Nachbarländer als es von dort einführt.

Mehr: Statistisches Bundesamt