Wirtschaftspolitik
Mehr Saft – EU-Politiker drängen auf Ausbau der Akku-Industrie

Ein Aufruf von Peter Altmaier, seinem französischen Kollegen Bruno Le Maire und EU-Kommissionvize Maroš Šefčovič kündigt die Schaffung einer klimafreundlichen, europäischen Batterie-Produktion an. Vor allem das Recycling soll gefördert werden.

(Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Bereits vor drei Jahren hatten Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire und Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, eine deutsch-französische Batterie-Allianz ins Leben gerufen. Nach Meinung der Politiker haben nicht nur die beiden beteiligten Länder, sondern auch die EU als Ganzes, seither enorme Fortschritte gemacht. Schon in vier Jahren – so die Erklärung der beiden Minister und des EU-Kommissionsvizes – dürfte Europa in der Lage sein, sieben Millionen E-Autos mit Antriebsbatterien auszustatten. An dem Erfolg seien über 500 Unternehmen und Organisationen beteiligt. Der Aufruf der drei Politiker erschien heute im Handelsblatt.

Allerdings stammen weltweit noch immer über 80 Prozent der Antriebsbatterien aus Asien. Um die europäische Batterie-Industrie auf Trapp zu bringen, hat die EU-Kommission bisher zwei IPCEIs (Wichtige Projekte von allgemeinem europäischen Belang) mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro genehmigt. Im Rahmen von IPCEIs gelten wettbewerbsrechtliche Regeln nur bedingt. So dürfen die beteiligten Firmen zum Beispiel staatliche Subventionen annehmen.

Zwei Themen liegen den Politikern besonders am Herzen

  • Die ressourcen-schonende Produktion in Europa soll weltweit Goldstandard werden. Ein europäischer Batteriepass wird dazu dienen, einen minimalen CO2-Fußabdruck durchzusetzen und Fake-Herstellern das Leben schwer zu machen. Dabei dürfe keine Zeit verloren werden, da schon in zwei Jahren die Nachfrage nach Traktionsakkus explosionsartig zunehme. Die Verfasser der Erklärung plädieren darüber hinaus für eine Verbreiterung der Beschaffungsbasis von Batterie-Rohstoffen. Damit würde auch die Gefahr von Lieferausfällen vermindert. In Zukunft müsse die Wiederverwertung von Zellrohstoffen und kompletten Altbatterien massiv ausgebaut werden.
  • Der erwartete Fachkräftemangel wird nach Einschätzung der Urheber des Aufrufs zu über 800 000 unbesetzten Stellen führen. Die EU und die einzelnen Staaten müssten jetzt eine Weiterbildungs- und Umschulungsinitiative starten.

Abschließend erinnern Le Maire, Altmaier und Šefčovič daran, dass die Batterietechnik zwar bereits vor zweihundert Jahren (in Europa von Luigi Galvani/Red.) erfunden wurde, aber in kommenden Jahren die Technologie werde, die über die Zukunft der Wirtschaft entscheide. Deshalb seien jetzt noch größere Anstrengungen nötig.

Mehr: Handelsblatt