Hochseefischerei
Mehr Schutzgebiete helfen Fischen und Fischern

Es ist ein Trugschluss zu glauben, die Einschränkung der Hochseefischerei schade den Unternehmen. Die Vermeidung der Überfischung dient viel mehr beiden – sowohl der Meeresfauna als auch denjenigen, die von ihr leben.

Ohne Rücksicht auf Mensch und Meer: Trawler auf hoher See (Foto: Bundesarchiv)

Eine solche Rechnung hat noch niemand aufgemacht: Würden die Schutzzonen gegen Überfischung von derzeit 2,7 Prozent auf 28 Prozent der Meeresflächen ausgedehnt, brächte das 5,9 Millionen Tonnen Lebensmittel mehr aus dem Meer als ein Weitermachen wie bisher. 90 Prozent dieses Mehrertrags kämen allein durch den Schutz von 5,3 Prozent der Meeresflächen. Diese liegen zumeist in den Gewässern bis 200 Seemeilen (370 Kilometer) vor den Küstenstaaten. Das ergibt eine Studie eines internationalen Forscherteams, die im US-Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde.

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Nicht Schutz, sondern Überfischung schadet Fischern

„Manche argumentieren, dass der Ausschluss der Fischerei aus Meeresgebieten die Fischereiinteressen verletzt, aber der schlimmste Feind einer erfolgreichen Fischerei ist die Überfischung – nicht die Schutzgebiete“, sagt Studienleiter Enric Sala von der amerikanischen National Geographic Society. Und Mitautor Reniel Cabral von der University of California ergänzt: „Nachdem Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, nimmt die Vielfalt und Fülle der Meereslebewesen im Laufe der Zeit zu und die messbare Erholung erfolgt in nur drei Jahren.“

Maß- und rücksichtslose Trawler

Die Übeltäter der Weltmeere sind die Betreiber der Trawler, die mit Netzen den Fischen vom Meeresgrund aus auf den Leib rücken. Dabei richten sie laut der Studie weitergehende gigantische Umweltschäden an. So wirbelnd die Ungetüme riesige Mengen kohlenstoffhaltiger Sedimente auf, die etwa 15 bis 20 Prozent der CO2-Menge entsprechen, die die Ozeane jedes Jahr aus der Luft aufnehmen. Dies trage zur Versauerung des Meerwassers und unter anderem zur Zerstörung der Korallenriffe bei.

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