Beleuchtung
Straßenbeleuchtung dezimiert Insekten

Die künstliche Helligkeit, für die der Mensch in der Nacht zunehmend sorgt, ist Gift für Insekten. Vor allem kurzwelliges Licht von LED-Straßenlaternen trägt zum Aussterben nachtaktiver Kleintiere wie Schmetterlingen bei.

Opfer künstlichen Lichts: Nachaktiver Falter (Foto: Anja🤗#helpinghands #solidarity#stays healthy🙏 / pixabay

Viele Städte und Gemeinden haben ihre Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen umgestellt. Die verbrauchen zwar wenig Strom, deren Licht hat jedoch einen viel höheren Anteil an kurzwelliger blauer Strahlung. Und das ist außerordentlich schlecht für Insekten, insbesondere für diejenigen, die nachts aktiv sind – sprich: sich dann fortpflanzen. Denn das tun sie dann weniger, weil sie in der Helligkeit keinen Partner finden. Darum legen sie keine Eier legen, haben keinen Nachwuchs mehr und fallen schließlich für die Bestäubung von Pflanzen aus.

Signifikanter Beitrag zum Insektensterben

Lichtverschmutzung nennen Umweltforscher die wachsende Lust der Menschen, die Welt des Nachts in allen Winkeln auszuleuchten. Und das hat schlimmende Folgen. „Lichtverschmutzung leistet vermutlich einen signifikanten Beitrag zum Insektensterben“, sagt der Gunnar Brehm von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Biologe hat im alten Hörsaal der Jenaer Kinderklinik 6 116 Falter aus 95 Arten, von denen 90 Prozent nachtaktiv sind, unterschiedlichen Lichtquellen ausgesetzt. Dabei stellte er fest, dass sie vor allem kurwelliges blaues Licht anflogen, also jenes, das vielfach moderne LED-Lampen ausstrahlen.

Weißes Licht wäre besser

Biologe Brehm spricht deshalb nicht der Verdunklung das Wort. Zwar seien die früheren orangefarbenen Natriumdampflampen weitaus insektenfreundlicher als moderne LED-Lampen gewesen. Eine Rückkehr zu den Stromfressern verlangt er deswegen jedoch nicht. Vielmehr seien warmweiße LED-Lampens mit Farbtemperaturen unter 3000 Kelvin zur Zeit vermutlich die sinnvollste Alternative, wobei orangefarbenes oder rotes Licht eigentlich am besten wäre. Generell sollte Licht allerdings wo immer möglich, gezielt, sparsam, im langwelligen Bereich und zeitlich begrenzt eingesetzt werden.

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