Extremwetter
Land unter in Down Under

Australien entwickelt sich zum Hotspot des Klimawandels. Extreme Dürre und Buschbrände versengten in den vergangenen Jahren riesige Landstriche. Derzeit versinkt New South Wales in den Fluten außergewöhnlich starker Regenfälle. Die Dramen zeigen, was auch uns droht.

Geöffneter Warragamba-Staudamm Sturzfluten reißen Häuser und Autos mit sich Quelle: 9News

Genau davor warnten die australische Wissenschaftsbehörde Csiro und die Wetterbehörde BOM erst im vergangenen November eindringlich: Weil sich Australien stärker als der Durchschnitt der Erde erwärme, werde der Kontinent in Zukunft mit „immer mehr extremen Wettersituationen und Waldbränden“ zu kämpfen haben.

Im Bundesstaat New South Wales hat sich die Apokalypse schon eingestellt. Rund um die 5,2-Millionen-Metropole Sydney flüchten Zehntausende Menschen vor den heranrollenden Wasserfluten, ausgelöst von tagelangem extremen Starkregen. Ganze Vorstädte versinken in den trüben Wassermassen. Die Landesregierung schließt Schulen und evakuiert Menschen von den Dächern ihrer Häuser. Zehn Millionen Australier sind betroffen.

Um durchschnittlich 1,44 Grad Celsius hat sich Australien schon aufgeheizt

Die Schleusen des Warragamba-Staudammsees, der die Wasserversorgung der Millionenmetropole sichert, mussten geöffnet werden, weil er überlief und zu zerbersten drohte. Jetzt wälzen sich auch noch seine Fluten gen Sydney und verschärfen die Situation (siehe Video oben).

Der Klimaeffekt hat Australien seit 1910 im Jahresdurchschnitt um 1,44 Grad Celsius aufgeheizt. In den vegangenen zwei Jahren zeichneten die Metereologen Temperaturrekorde auf. Die Buschbrand-Saison wird immer länger. So liefert der fünfte Kontinent einen Vorgeschmack darauf, was der Menschheit rund um den Planeten blüht, wenn das 2-Grad-Ziel der Pariser Klimaabkommens gerissen wird.

Gleich 19 Ökosystemen droht die unwiederbringliche Zerstörung

Der langjährige Ko-Präsident des Club of Rome, Ernst Ulrich von Weizsäcker, sieht einige Kipppunkte schon erreicht, ab denen sich die Ereignisse kaum mehr umkehren lassen. Zum Beispiel bei der Eisschmelze in der Arktis und Antarktis. „Die Entwicklungen sind beunruhigend“, mahnt er die internationale Staatengemeinschaft im Greenspotting-Interview zum schnellen Handeln.

In Australien kollabiert inzwischen an vielen Orten die Natur. Klimawandel und menschlicher Expansionsdrang setzten einer jüngsten Studie zufolge die Existenz von gleich 19 unersetzlichen Ökosystemen aufs Spiel, darunter das berühmte Great Barrier Reef. „Es ist eine existenzielle Bedrohung für unser Überleben“, schreiben die Forscher.

Mehr: CNN Guardian