Öko-Offensive
BMW will das „grünste Auto der Welt“ bauen

Im Überbietungswettbewerb der Autokonzerne um klimagerechte Mobilität setzen sich die Münchener an die Spitze. Binnen zehn Jahren sollen die Emissionen je Fahrzeug inklusive Produktion und Lieferkette um mindestens ein Drittel sinken. Wenn das kein Versprechen ist.

Konzernchef Oliver Zipse mit den neuen vollelektrischen Modellen iX und i4 Klimaneutral im Jahr 2050
Foto: BMW Group

BMW-Frontmann Oliver Zipse hat keine Lust sich länger treiben zu lassen. In Sachen umweltschonender Autoproduktion will er künftig selbst die Maßstäbe setzen und sich von keinem Konkurrenten überbieten lassen. „Das grünste Elektroauto soll ein BMW sein“, kündigt er an. Und hat dabei laut Bild-Zeitung einen Mittelklassewagen im Sinn. Für 2050 strebt Zipse Klimaneutralität an.

Ziel: Aufbau einer Kreislaufwirtschaft

Hybris oder realistische Perspektive? Wegweisend ist schon einmal, dass die bayrischen Ingenieure nicht einfach nur die Emissionen des Antriebs ins Visier nehmen. Sie beziehen vielmehr die gesamte Wertschöpfungskette in die Betrachtung ein. Zispe redet nicht drumherum: 100 Milliarden Tonnen Rohstoffe entnehme die Menschheit jedes Jahr der Natur. Da sei es quasi Pflicht, jedes Kilogramm auf seine Notwendigkeit zu überprüfen und sparsamere Lösungen zu finden.

An oberster Stelle steht für den Konzernstrategen der Aufbau einer Kreislaufwirtschaft. Die neuen Modell sollen möglichst viele recycelte Materialien enthalten, die sich am Ende der Lebensdauer ohne großen Aufwand sortenrein für den Einbau ins nächste Fahrzeug zurück gewinnen lassen. Zispes Ziel: „Aus Rohstoffen, die mal ein Auto waren, kann wieder ein Auto werden.“

Nur Grünstrom für die Produktion von Batteriezellen

In der Lieferkette würden die CO2-Emissionen je Fahrzeug durch den Hochlauf der E‑Mobilität bis 2030 eigentlich um mehr als ein Drittel ansteigen, erklärt der Konzernchef offen. Das wolle er nicht zulassen, die Emissionen in diesem Zeitraum vielmehr um 20 Prozent senken. Eine Maßnahme dazu: Die Bayern haben ihre Zulieferer verpflichtet, für die Herstellung von Batteriezellen nur Grünstrom einzusetzen.

Die Münchener sind nicht die einzigen, die mit Verve an ihrem grünen Image polieren. Nicht weit entfernt in Ingolstadt hat Audi seinen Abschied vom Verbrennungsmotor angekündigt. Konzernmutter VW bläst ebenfalls zur Elektro-Offensive und will gleich sechs Batteriewerke quer durch Europa aus dem Boden stampfen.

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