Earth Hour
Licht aus, Heizung runter – dem Klima zuliebe!

Seit 2007 hüllen sich Städte rund um den Globus zur Earth Hour für eine Stunde in Dunkelheit – um an den desolaten Zustand des Planeten zu mahnen. Gelegenheit mal wieder an eine paar simple Regeln zu erinnern, die viel Ressourcen sparen – und den Geldbeutel entlasten.

Bevor es zu spät ist Earth Hour ruft den Ernst der Lage in Erinnerung. Motiv: WWF

Anfang der Jahres richteten 17 Umweltforscher einen fast schon verzweifelten Appell an die Weltbevölkerung. Bevölkerungsexplosion und ungezügelter Konsum überforderten die Regenerationsfähigkeit unseres Planeten und seiner Ökosysteme, mahnten sie sofortiges Handeln an.

Tatsächlich ist es nicht allzu schwierig, mit ein wenig Verstand einen Beitrag zu seiner Rettung zu leisten. Darauf weisen die Initiatoren der Aktion vom World Wide Fund (WWF) hin. Duschen statt ein Vollbad nehmen, nicht täglich Fleisch essen, im Vorgarten Blumen blühen lassen, statt das Leben unter Schotter zu ersticken, nur kaufen, was wirklich benötigt wird und bewusst zu Ökoware greifen – in der Masse ergibt das viel.

In Deutschland will die Umweltstiftung die Licht-aus-Stunde auch politisch nutzen. Jede Partei, die zur Bundestagswahl im September antritt solle wissen: “ Am Klimaschutz kommt keine Partei vorbei.“

Zehn Milliarden verschwendete Kilowattstunden Strom

Wieviel ungenutztes Einsparpotential brachliegt, zeigt folgendes Beispiel. Weil viele Deutsche ihre Elektrogeräte im Standby-Modus betreiben, verschwenden sie nach einer Berechnung des Vergleichportals Check 24 jährlich zehn Milliarden Kilowattstunden Strom. Weltweit hochgerechnet ließen sich durch konsequentes Ausschalten eine Menge Kraftwerke einsparen.

Gerade bei der Energienutzung finden sich leicht umzusetzende Einsparmöglichkeiten, die als hübschen Nebeneffekt zudem die Haushaltskasse schonen. Ein paar Beispiele:

  • Gezielt energieeffiziente Computer, Waschmaschinen und Gefrierschränke kaufen, die Wäsche an der frischen Luft statt im Trockner trocknen, Bewegungsmelder installieren, die das Licht ausstellen, wenn niemand mehr im Raum ist. Solche Maßnahmen senken die Stromrechnung um bis zu 500 Euro im Jahr.
  • Die Raumtemperatur während der Heizperiode um ein Grad Celsius zu senken, nachts noch mehr, vermindert die Heizkosten allein schon um mindestens sechs Prozent. Gardinen, die vor dem Heizkörper hängen, verhindern eine effektive Wärmezirkulation. Aus dauergekippten Fenster entweicht enorm viel Energie. Hier sind mit dem richtigen Verhalten locker bis zu 1000 Euro drin.
  • Wer den Wagen bei eingelegtem Gang vor der roten Ampel ausrollen lässt. früh hochschaltet, nicht ständig die Klimaanlage an hat und seine Skibox oder den Gepäckträger nicht ganzjährig spazieren fährt, braucht viel seltener zu tanken. Ein um 30 Prozent niedrigerer Spritverbrauch ist locker drin.

In welchem Ausmaß die Erderwärmung den Ressourcenverbrauch über Rückkopplungseffekte zusätzlich beschleunigen kann, haben indische Forscher ermittelt. Weil sich weltweit Milliarden Menschen mit Klimaanlagen gegen die Hitze wappnen, könnten allein deren Energieverbrauch die globale Durchschnittstemperatur um ein halbes Grad Celsius erhöhen. Es sei denn, den Ingenieuren gelingt es, Strom sparende Modelle zu entwickeln und Watt und Volt stammen aus erneuerbaren Quellen.

Mehr: WWF energiespartipps