Käfighaltung
1,5 Millionen Stimmen für ein Ende der Tierquälerei

Millionen Hühner, Schweine, Kaninchen und Kälber vegetieren europaweit in Käfigen und engen Boxen vor sich hin. Eine Initiative von EU-Bürgern will die Tierqäulerei per Petition verbieten lassen. Das EU-Parlament diskutiert ihr Ansinnen in Kürze in einer Anhörung.

Schweinehaltung in Europa Jedem Tier stehen maximal 0,65 Quadratmeter zu Foto: Vier Pfoten/Fred Dott

Allein fast 220 Millionen Legehennen leben von Portugal bis Polen eingepfercht in winzige Drahtkäfige (siehe Grafik unten). Sie können weder scharren noch flattern, wie es ihrem natürlichen Bedürfnis entspräche. Nicht besser ergeht es 340 Millionen Kaninchen. Hoppeln und graben – keine Chance. Schweinen steht nach EU-Recht gerade einmal ein Platz von 0,65 Quadratmetern zu; Kälber dürfen in den ersten acht Wochen in Ställen gehalten werden, die nicht größer als sie selbst sind.

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Den Albtraum und das Leid beenden

Die EU-Bürgerinitiative „End the Cage Age“ hat jetzt mit 1,5 Millionen genügend Unterschriften zusammen, um das EU-Parlament zu einer öffentlichen Anhörung zu zwingen. Sie findet Mitte April in Brüssel statt. Ziel ist zu erreichen, dass die EU-Kommission die Käfighaltung komplett verbietet. „Sie ist ein Albtraum. Wir können diesen beenden“, werben die Aktivisten um weitere Unterstützer, um noch mehr Druck auf die Politik ausüben zu können.

Österreich vorbildlich, Malta blamabel

In Sachen Käfigfreiheit sind die EU-Staaten sehr unterschiedlich weit. Am besten stehen Österreich und Luxemburg da, wo nurmehr drei Prozent der Nutztiere in dieser Weise eingesperrt sind. Beim Schlusslicht Malta stecken hingegen noch 99 Prozent der Tiere in Käfigen; in Portugal und Spanien sieht es mit je 89 Prozent nicht viel besser aus.

Und Deutschland? Belegt mit nur 14 Prozent Käfighaltung den vierten Platz in Europa. Doch auch bei uns leiden weiterhin fast 8,3 Millionen Puten, Gänse, Hühner und Schweine in ihren Gefängnissen, weit weg vor artgerechtet Haltung.

Immerhin ist ein wenig Hoffnung in Sicht. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner legte kürzlich ein Gutachten vor, das Finanzierungswege vorschlägt, um die Haltungsbedingungen für Rinder und Schweine zu verbessern. Eine Idee: Eine Fleischsteuer.

Stummer Schrei nach Freiheit Weit über die Hälfte der Legehennen in Europa fristen ihr Dasein in Käfigen
Quellen: EU-Kommission/Statista
Na, schmeckt’s noch? So elend darben viele unsere Schinken- und Schnitzellieferanten Video: Vier Pfoten

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