Ostern
Hoppel, Hoppel: Wieder mehr Hasen in Deutschland

Die jüngsten Sonnenjahre haben zur Vermehrung beigetragen. Pro Quadratkilometer Hasen-Lebensraum hat sich der Bestand um zwei auf vierzehn Tiere erhöht. Naturschützer gehen von zwei bis drei Millionen Hasen in Deutschland aus.

Feldhase Trockenes Klima lässt Hasenbabys überleben (Uwe Kunze/Pixelio)

Auch in diesem Jahr könnte der Hasenbestand weiter zunehmen. Allerdings müsste dazu das Schmuddelwetter bald aufhören. Denn Nässe und Kälte sind gefährlich für Hasenwelpen. Hasen ziehen ihren Nachwuchs nicht wie Kaninchen in Höhlen auf, sondern in offenen Mulden auf Feldern. Wenn es regnet, verkleben die Haare und das Fell bildet keine hinreichende Schutzschicht mehr. Hasenkinder, die in kalten Frühjahren geworfen werden, sterben deshalb häufig an Unterkühlung.

Im Jahr 2020 hatte die Population zwischen Frühjahr und Herbst um 25 Prozent zugelegt, ein Jahr davor um 15 Prozent. Entscheidend sind allerdings die Zahlen im Jahresvergleich, da viele Hasen die Winter nicht überleben. Der Feldhase, der ursprünglich in Steppengebieten heimisch war, war während der vergangenen Jahre ein Profiteur des Klimawandels.

Zuvor hatte sich allerdings über Jahrzehnte der Hasenbestand vermindert. Die Naturschutz-Initiative NABU geht davon aus, dass er seit den Achtzigerjahren um 75 Prozent abgenommen hat. So wurden bei den Herbstjagden 1980 noch rund 825 000 Hasen geschossen, Im Jahr 2017 waren es nur noch 185 000. Seit langem steht der Feldhase (Lepus europaeus) auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten. Dem Hasen fehlen zunehmend Brachflächen sowie Feld- und Wiesenränder. Die modernen, ausgeräumten Landschaften bieten zu wenig Schutz und Nahrung. Hasen brauchen abwechslungsreiche Kost aus Gräsern, Knollen, Wurzeln und Kräutern. Auch die abnehmende Vielfalt der Ackerfrüchte sowie die einseitige Fruchtfolge macht den Hasen zu schaffen.

Falsche Anreize für Bauern

Naturschützer und Jäger fordern daher, die einseitige Orientierung der Landwirtschaft auf Massenerträge aufzugeben. Artenschutz müsste ein wichtiges Ziel der Landwirtschaft sein, meinen Deutschlands Jäger. Landwirte müssten künftig unbürokratisch entlohnt werden, wenn sie Blühstreifen mit Wildkräutern anlegten, fordert der Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), Volker Böhning. „Günstige Witterung allein hilft dem Feldhasen nicht“, sagt Böhning, „wir brauchen ein Produktionsziel Artenvielfalt.“ Die Bauern bewirtschafteten 51 Prozent der Fläche Deutschlands und seien daher wichtige Partner beim Artenschutz. Die Förderfehler der Vergangenheit hätten dazu geführt, dass auf einem Viertel der Fläche nur Raps, Mais und Getreide angebaut würde. Brachen mit Wildkräutern seien hingegen innerhalb von zehn Jahren von 9 000 auf 3 000 Quadratkilometer zurück gegangen.

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