Gründerszene
Startups fahren auf Grün ab

Beinahe ein Drittel aller Neuunternehmen in Deutschland entwickelt nachhaltige Produkte, Technologien und Dienstleistungen. Das geht aus dem aktuellen Green-Startup-Monitor hervor. Die Initiatoren loben ein enormes Innovationspotential und eine doppelte Dividende.

Fakten zur grünen Gründerszene in Deutschland Wichtiger Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

Die Macher des Startups „right. based on science“ aus Frankfurt am Main, Hannah Helmke und Sebastian Müller bieten Analysen und Software an, um die Klimawirkungen wirtschaflicher Aktivitäten zu berechnen. Das Kölner Jungunternehmen Vytal sagt mit Mehrweggeschirr für Gastronomen, Lieferdienste und Supermärkte der Plastikflut den Kampf an. ZaaK Technologies aus dem sächsischen Zwickau vertreibt ein preisgekröntes Verfahren, das Aschen oder Rotschlamm in Bausand umwandelt – als Alternative zum schädlichen Sandabbau an Stränden und in Flussdeltas.

Neue Arbeitsplätze gepaart mit Umweltschutz

Bunt, weiblich, hoch kreativ – so präsentiert sich die grüne deutsche Gründerszene, die laut dem Monitor inzwischen bundesweit rund 6000 Startups umfasst. Der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Alexander Bonde, spricht ihnen ein „enormes Innovationspotential“ für Deutschland zu. Die DBU förderte die Studie finanziell und inhaltlich. Mit-Autor Klaus Fichter, Direktor des Borderstep Instituts, hebt die „doppelte Dividende“ hervor, welche die grünen Entrepreneure hervorbringen: Ökonomisch durch neue Arbeitsplätze und eine Kapitalrendite für die Investoren; gesellschaftlich durch Umwelt- und Klimaschutz.

Im Saarland und Mecklenburg-Vorpommern grünt es am stärksten

Die meisten grünen Pioniere sind mit einem Anteil von 35 Prozent an allen Startups im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern aktiv. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt mit 19 Prozent, aber auch Bayern und Hamburg fallen ab (siehe Grafik unten).

Nach Branchen betrachtet engagieren sich die Neulinge vor allem in Agrarwirtschaft, Energie, Textil, Ernährung und bei Konsumgütern. Sie entwickeln viel öfter als Startups diesseits der Green Economy Hardware, statt nur rein digital unterwegs zu sein. Und der Anteil der Gründerinnen ist mit 19 Prozent gegenüber 14 Prozent deutlich höher.

Schwierigkeiten bei der Kapitalbeschaffung spitzen sich zu

So groß wie der Enthusiasmus der Öko-Entrepreneure, so hoch sind die finanziellen Hürden, die sich vor ihnen auftürmen. Die Schwiergkeiten bei der Kapialbeschaffung spitzten sich weiter zu, hält der Bericht nüchtern fest. Was Wunder, dass sich die Gründer mehr Risikokapital und eine bessere Frühphasenfinanzierung wünschen. Dabei plädieren sie für ein stärkeres Engagement des Staats.

Den großen Reibach zu machen, etwa durch einen Börsengang oder den Einstieg eines Investors, streben die wenigsten an. Fast die Hälfte gibt an, ihr Unternehmen nicht verkaufen zu wollen. Bei den nicht-grünen Gründern schließen das nur 37 Prozent aus.

Übersicht Wo grüne Startups besonders gut keimen .
Quelle: Borderstep Institut

Mehr: Borderstep-Institut