Opel
Umparken im Tank

Der deutsche Traditionsautobauer Opel, inzwischen gemeinsam mit Peugeot und Citroen unter dem Dach des neuen Autokonzerns Stellantis, durchbricht mit einem Brennstoffzellen-Transporter die Phalanx der Batterieautos.

Opel-Transporter Vivaro: Brennstoffzelle statt Batterie (Foto:Opel)

Volkswagen ziert sich, BWM auch, erst recht Daimler. Wenn Elektroautos, dann mit Batterie. Brennstoffzellen, die Wasserstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft zu klimaunschädlichem Wasser verbrennen und auf diese Weise Strom für den Elektromotor erzeugen, nein danke – zu teuer, zu wenig Wasserstofftankstellen, zu vage. Diesen Reigen der Batteriefreunde hier zu Lande durchbricht jetzt ausgerechnet Opel, Deutschlands in die Jahre gekommener Traditionshersteller, der bisher eher mit Ab- denn mit dem Aufstieg in Verbindung gebracht wurde.

Gleiche Leistung wie das Verbrennermodell

Die Marke mit dem Blitz, jahrzehntelang Aschenbrötel im US-amerikanischen General-Motors-Konzern (GM), soll mit einem Elektrotransporter an den Markt gehen, der seinen Strom mit Hilfe von Wasserstoff und einer Brennstoffzelle produziert. Die Technik dazu soll am Opel-Standort Rüsselsheim bei Frankfurt im dortigen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Kompetenzzentrum entwickelt werden. Das Fahrzeug soll dem aktuellen Verbrennermodell Viaro in nichts nachstehen, das heißt, gleich viel transportieren, in drei Minuten betankt und mit einer Tankfüllung 400 Kilometer weit kommen können.

Kleiner Lichtblick

Den Aufstieg zur Avantgarde verdankt Opel (Werbeslogan: „Umparken im Kopf“) seiner neuer Konzermutter Stellantis. So heißt seit diesem Januar der neue weltweit viertgrößte Autohersteller seit der Fusion des US-italienischen Produzenten Fiat Chysler mit dem französischen Wettbewerber PSA im Jahr 2019. Zu PSA gehörten Peugeot und Citroen. Für den 1862 gegründeten Autobauer Opel und seine mehr als 15 000 Beschäftigten in Deutschland ist die Entscheidung zumindest ein kleiner Lichtblick, nachdem es in der Belegschaft seit der Übernahme durch PSA von GM 2017 immer wieder Ängste vor Werksschließungen gegeben hatte.

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