Solaranlagen auf Äckern
US-Agrarökonom gegen Solarstrom vom Acker

Solaranlagen auf Feldern entziehen den Feldfrüchten Flächen, schaden den Böden unter den Photovoltaik-Zellen und treiben die Pachtpreise in die Höhe, zeigt eine Untersuchung in den Vereinigten Staaten.

Solarfarm auf Feldern: „Keine gute Nutzung von Ackerland“ (Foto: Grégory Roose / pixabay)

Für den US-Agrarökonom Ron Heiniger von der North Carolina State University steht fest: In der Summe sind Solarfarmen „keine gute Nutzung von Ackerland“. Nachbarn von Bauern, die sich davon mehr Einnahmen versprechen als durch den Anbau von Feldfrüchten, bezeichnen die Photovoltaikzellen und auf den Agraflächen und ihre Betreiber sogar schon als „invasive Spezies“, frei übersetzt: als Eindringlinge.

Schädliche Folgen für die Wirtschaft auf dem Lande

Die Gründe für das vernichtende Urteil sind ebenso einleuchtend wie schnell erzählt. Nach Untersuchungen Heinigers verändert sich im Laufe der 20-Jahres-Pachtverträge mit den Solarparkbetreibern die Landwirtschaft so stark, dass die Farmer es sich gar nicht mehr leisten können, das Land jemals wieder in Bewirtschaftung zu nehmen, selbst wenn es wieder verfügbar würde. Die Verdrängung der Landbewirtschaftung durch große Solarfarmen führe zur Abwanderung der kleineren Saatgut-, Düngemittel- und Chemiehändler, Maschinenverkäufer und anderer ländliche Gewerke, die für die Landwirte arbeiten – mit der Folge sinkender Steuereinnahmen für die Gemeinden.

Steigende Preise, zerstörter Ackerboden

Der Rückgang an Flächen für den Ackerbau hat aber schwerwiegende Folgen für die Farmer selber. „Die Pachtpreise steigen meist schnell, wenn immer mehr Solarunternehmen um die verfügbaren landwirtschaftliche Flächen konkurrieren“, so Agrarökonom Heiniger. Derzeit pachteten die Betreiber die Flächen für Solaranlagen zu Preisen zwischen 1 000 und 5.000 USD je Hektar. „Landwirte können es sich nicht leisten, solch hohe Pachtpreise für die Bewirtschaftung des Landes zu zahlen.“

Schließlich wird der Boden unter den Panelen nach Meinung anderer Experten auf Dauer immer schlechter, weil die Anlagen auf unterschiedliche Weisen vor Unkraut und störendem Bewuchs geschützt werden müssen. „Nach einigen Jahrzehnten dieser Behandlung“, befürchtet ein US-Energiespezialist, „könnte der Boden für die Landwirtschaft tot sein.“

Statt in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau zu treten, entscheiden sich Kommunen wie die österreichische Hauptstadt Wien, vor allem die Dächer der Gebäude mit Solaranlagen auszustatten.

Mehr: agrarheute