Atomkatastrope Tschernobyl
Deutsches Wild bis heute Tschernobyl-geschädigt

Beinahe ewig strahlt das Atom: Auch 35 Jahre nach der Katastrophe im AKW Tschernobyl in der Ukraine hinterlässt die radioaktive Fernwirkung ihre Spuren an Fauna und Flora im deutschen Wald.

Tschernobyl lässt grüßen: Radioaktive Wildschweine im Bayrischen Wald (Foto: Capri23auto / pixabay)

2000 Kilometer ist keine Entfernung und 35 Jahre sind keine Zeit, wenn ein Atomkraftwerk havariert. Das zeigt sich bis zum heutigen Tag am Beispiel des Meilers im ukrainischen Tschernobyl, der am 26. April 1986 barst und seine Radiaktivität über Europa verteilte. Davon haben die Menschen in Bayern praktisch bis heute noch etwas – im negativen Sinn. Denn wie zum Jahrestag der atomaren Katastrophe und zehn Jahre nach dem Atomdesaster in Fukushima bekannt wurde, ist Wild aus dem Bayrischen Wald noch immer, falls überhaupt, dann nur mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Strahlendes Wildschwein

So wurde vor nicht einmal einem Jahr, im Juli 2020, im Landkreis Schwandorf ein Wildschwein dem Verzehr entzogen, das einen Radiocäsiumgehalt von 620 Becquerel pro Kilo aufwies. Das geht aus einer Übersicht des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hervor. Das Tier wurde vernichtet, der Jäger entschädigt. Zwei Jahre zuvor wurde in Bayern sogar ein Wildschwein mit 3 495 Becquerel gefunden.

Strahlende Hirschtrüffel

Der Grenzwert bei Nahrungsmitteln liegt für Erwachsene hierzulande bei 600 Becquerel, für Milch und Babynahrung bei 370 Becquerel. Das radioaktive Cäsium 137 zerfällt innerhalb von 30 Jahren zur Hälfte in nicht strahlendes Material. Wildschweine nehmen die schädliche Substanz aus dem Waldböden auf, wo sich zum Beispiel Hirschtrüffel finden, die als besonders aufnahmefreudig für strahlendes Cäsium gelten.

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