Corona-Krise
Corona steigert die Lust auf Natur

Die alte Weisheit, in jeder Krise steckt auch eine Chance, bewahrheitet sich in der gegenwärtigen Pandemie. Statistiken in Großbritannien zeigen, dass die Menschen im Lockdown wegen Corona die Liebe zur Natur entdecken.

Living in the park: Grün vor den Toren Londons in Zeiten von Corona (Foto: Eduardo Vieira / pixabay)

Es brauchte ein paar Wochen, aber dann entschieden die Briten: Ab ins Grüne! Nachdem die Regierung Großbritanniens Ende März vergangenen Jahres ihre Bürger erstmals wegen Corona in den Lockdown geschickt hatte, schnellten die Parkbesuche rund sechs Wochen später mit dem einsetzenden Frühjahr regelrecht in die Höhe. In der Spitze besuchten von Mitte Mai Ende Juni bis zu 70 Prozent mehr Briten ihre Parks als im Vorjahrszeitraum. Zum regelrechten Ansturm kam es in den Sommermonaten, als es keinen Lockdown mehr gab. Von Juli bis September strömten konstant 60 bis 100 Prozent mehr Menschen in die Parks.

Tier- und Pflanzenwelt wichtiger als vorher

Die Zahlen veröffentlichte jetzt die staatliche Statistikbehörde. In Großbritannien ist Einsamkeit ein großes Thema, erst recht in der Pandemie, die die Isolation vieler Menschen noch verstärkte. Jedoch sei es offenkundig, so die Statistiker, dass die natürliche Umgebung „einigen Menschen half, mit negativen Gefühlen wie größerer Ängstlichkeit fertig zu werden“. Neun von zehn im Mai 2020 befragten Personen hätten der Aussage zugestimmt, dass die Natur gut für ihre mentale Gesundheit und ihr Wohlbefinden sei. Und über 40 Prozent hätten bemerkt, „dass Natur, Tier und Pflanzenwelt sowie der Besuch nahe gelegener grüner und natürlicher Räume sogar wichtiger für ihr Wohlbefinden waren als vor den Corona-Einschränkungen“.

Mehr: Office for National Statistics