Opel
Der Manta kommt wieder, elektrisch. Mit Fuchsschwanz?

Über 30 Jahre nach seinem Ableben soll das Kultauto als emissionsfreier Stromer wieder auferstehen. Die Fan-Gemeinde ist starr vor Glück über die angedachte Wiederbelebung des Proll-Vehikels. Opel-Chef Michael Lohscheller zufolge scheint „Deutschland auf den Manta zu warten“. Ob der berühmte Fuchsschwanz zur Serienausstattung gehört, steht noch nicht fest.

Studie Manta GSe ElektroMOD Legendäres Spielzeug nicht nur für Prolos (Foto: Opel)

Der Wagen galt als Angeber-Gefährt par Excellence; die Witze über die Dummheit der Manta-Fahrer sind Legion. Hier der Kürzeste: Steht ein Manta vor einer Uni. Doch nur wenigen Automodellen wurde ein eigener Film gewidmet, der die Modellbezeichnung im Titel führt und das gleich zweimal. „Manta, Manta“ bediente lustvoll alle Vorurteile und lieferte neben subtiler Gesellschaftskritik die erwarteten Bilder von muskelbepackten Ruhrpott-Mackern und blondierten Vorstadt-Bräuten. Der Film war erfolgreich wie sein PS-Protagonist. Die Hauptdarsteller Till Schweiger und Tina Ruland starteten mit dem Nockenwellen-Drama ihre Karrieren.

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Und bis heute gibt es – nicht nur im Pott – eine gläubige Manta-Gemeinde von Schraubern und Freaks. Die präsentiert auf ihren regelmäßigen Treffen mit einer Mischung von trotzigem Stolz und ironischem Augenzwinkern ihre aufgemotzten Schlitten – gern auch mit vergoldeten Motorteilen.

„Völlig baff“

Wann der E-Manta kommt, wie stark er motorisiert ist, welche Reichweite er hat, lassen die Opel-Leute noch offen. Selbst bei der Frage, ob aus der Studie ein Prototyp und schließlich ein Serienmodell wird oder ob der E-Manta auf ewig Zukunft bleibt, wollte Lohscheider sich nicht festlegen. Er sei „völlig baff“ über die Reaktion auf ein paar Bilder. Dem Newsportal Business Insider sage der Opel-Geschäftsführer: „In meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht erwartet, dass das Feedback derart überwältigend ist.“ Man wolle jetzt erstmal Sicherheit gewinnen, indem die Marktforschung die Möglichkeiten durchspiele. Dann erst würde Opel entscheiden, ob der E-Manta kommt. Doch es reize ihn absolut, das Manta-Image in die e-mobile Zukunft zu übersetzen.

Den spärlichen Opel-Infos zufolge lehnt sich die Gestaltung an das scharfkantige Design des Manta GT/E von 1974 an. Anlehnend an das Heckschleuder-Image des Ur-Mantas soll der neue Manta GSe ElektroMoD auch über einen Heckantrieb verfügen. Gewöhnungsbedürftig dürfte jedoch für die Anhänger der reinen Manta-Lehre das volldigitale Cockpit werden. Gleiches gilt für den so genannten Opel-Vizor. Das neue Vizor-Frontface soll künftig alle Modelle des Rüsselsheimer Autobauers zieren. Es soll vergessen machen, dass der klassische Kühlergrill im Zeitalter der Elektromobilität ausgedient hat. Der Vizor integriert Scheinwerfer, Sensoren aber auch das Blitz-Logo und Design-Elemente über die gesamte Fahrzeugfront unterhalb der Motorhaube.

Wie immer auch die Designdetails ausfallen – die Wiederaufstehungsstory ist auf dem Markt und hat für viel Wirbel gesorgt. Ob aus Worten und Bildern eines Tages Blech und Batterien werden, ist eine andere Frage. Denn zwischen schwärmerischer Erinnerung und der Bereitschaft einen fünfstelligen Euro-Betrag für ein Spaßfahrzeug hinzublättern besteht ein gewaltiger Unterschied. Das weiß kaum einer besser als Opel-Vormann Lohscheller.

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