Methan
Finanzbranche macht Dampf gegen Methan

Langsam wird es auch den Erzkapitalisten mulmig. Aus Sorge um ihre Geldanlagen fordert die Créme der Finanzbranche nun auch die Reduzierung der Methan-Emissionen. Mit an der Spitze: Deutschlands Marktführer Allianz.

Fracking-Anlage im US-Bundesstaat North Dakota: Regierung soll Methan-Ausstoß eindämmen (Foto: JuUsua Doubek)

Methan, chemisch CH4, gemeinhin auch Erdgas genannt, wärmt 84-mal so stark die Erdatmosphäre auf wie Kohlendioxid, also CO2. Das geruchlose Gase gelangt in die Atmosphäre, wenn Rinder verdauen, aber auch bei der Öl- und Gasförderung. Davor, dass Anwälte die Bedrohung der Arbeiter und der Umwelt zum Anlass für Klagen gegen Verursacher nehmen, graut es offenbar nun auch der Finanzbranche. Fast 150 Investoren mit einem verwalteteten Vermögen von 5,35 Billionen Dollar haben deshalb eine Erklärung unterschrieben, in der sie von den USA strengere Gesetze gegen den Methan-Ausstoß sowie dessen Eindämmung fordern.

ANZEIGE

Anwaltsorganisation koordiniert den Vorstoß

Die Vereinigten Staaten zählen zu den großen Methan-Emittenten, weil das Gas vielfach bei der Schieferölförderung, auch Fracking genannt, entweicht. Zu den Hauptunterzeichern der Erklärung zählt Deutschlands Versicherungsprimus, die Allianz SE in München. Der Konzern beteiligt sich schon länger an Initiativen, die den Abschied von fossilen Brennstoffen, die sogenannte Dekarbonsierung, fordern. Koordiniert wird der Vorstoß bei Methan von Ceres, einer US-Anwaltsorganisation mit Sitz in Boston, die sich der Umweltthematik verschrieben hat. Ceres ist sowohl der Name der römischen Göttin für Fruchtbarkeit und Landwirtschaft als auch die Abkürzung für Coalition for Environmentally Responsible Economies. Beim Thema Klimaschutz arbeitet die Organisation unter anderem mit den Vereinten Nationen zusammen.

Mehr: environmentalleader