Autohersteller
Audi: Noch mindestens zehn Jahre mit Verbrenner

Aufgrund unterschiedlicher Gesetze und Verbraucherpräferenzen will Audi noch mindestens zehn Jahre Verbrennungsmotoren anbieten. Der E-Antrieb werde sich durchsetzen, aber auch konventionelle Motoren werden weiterentwickelt.

Audi will noch mindestens zehn Jahre Autos mit Verbrennermotoren anbieten (Bild: Pexels/Pixabay)

Der zum VW-Konzern gehörende Fahrzeughersteller Audi will noch mindestens zehn Jahre Autos mit Verbrennungsmotor herstellen. Das hat Technik-Vorstand Oliver Hoffmann in einem Interview mit dem Monatsmagazin Auto Motor Sport angekündigt: „Elektro ist die Zukunft, dennoch glaube ich, dass wir in diesem Jahrzehnt noch eine hohe Anzahl an Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verkaufen werden.“ Das Geschäft sei aktuell aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Vorgaben und Verbraucherpräferenzen „sehr volatil“. Es gebe in den vielen heterogenen Märkten auf der Welt noch viele Verbrenner-Fans und eine große Nachfrage, „wofür wir die besten Motoren anbieten wollen.“

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Audi setzt bei der Batterietechnik auf eine Einheitszelle

Hoffmann ist überzeugt, dass Elektroantriebe sich durchsetzen werden, die von allen Herstellern im VW-Konzern genutzte Plattformtechnik für E-Autos sollen darum weiterentwickelt werden. Audi setzt dabei vor allem auf eine für sämtliche Fahrzeugtypen und -größen nutzbare Einheitszelle in der Batterietechnik. Mit der standardisierten Zelle sollen hohe Stückzahlen und entsprechende Skaleneffekte erreicht werden. Pilot für die neue Zelltechnik wird das Projekt Artemis. Das Fahrzeug soll 2024 vorgestellt und ab 2025 verkauft werden.

Komplett neue Verbrennungsmotoren wird es nicht geben

Aber auch Fahrzeuge mit konventionellem Verbrennungsantrieb will Hoffmann im Angebot behalten: „Noch vor ein paar Jahren waren wir überzeugt, dass in China in Kürze niemand mehr mit einem Verbrenner in die Innenstädte darf, heute sehen wir in unseren Prognosen, dass in China und in den USA im Jahr 2030 voraussichtlich immer noch rund 50 Prozent aller Neuzulassungen auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor entfallen werden.“ Zwar verzichtet Audi auf die Entwicklung komplett neuer Motortypen. Das bestehende Angebot konventioneller Aggregate will der Hersteller aber weiterentwickeln, „hin zu noch mehr Effizienz und Performance.“

E-Mobilität ist in vielen Märkten keine realistische Option

Auch für Audi steht die Elektrifizierung des Angebots im Vordergrund. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren seien aber weltweit nach wie vor hochgeschätzt und in einigen Märkten sogar die einzige realistische Option, weil es für E-Mobilität noch gar keine ausreichende Ladeinfrastruktur gebe. Verbote von Verbrennern lehnt Hoffmann ab, das schüre nur Ängste und schaffe Verunsicherung. Statt dessen sollte es schneller attraktive Angebote bei der E-Mobilität und vor allem bei der Infrastruktur geben, „dann ergibt sich das von selbst.“

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