Ermittlungen in Frankreich
Abgasbetrug bei Peugeot, Citroën und Fiat Chrysler?

Die französischen Behörden ermitteln gegen Peugeot, Citroën und Fiat Chrysler. Es geht um manipulierte Abgaswerte bei älteren Dieselmotoren. In Deutschland droht Porsche ein Verfahren wegen falscher Angaben bei Benzinern.

Abgasbetrug Die französischen Behörden ermitteln gegen mehrere Autohersteller (Bild: Andreas Lischka/Pixabay)

Wegen des „Verdachts auf Betrug, der eine Gefahr für Mensch oder Tier verursache“ ermittelt die französische Justiz gegen die Autohersteller Peugeot, Citroën und Fiat Chrysler. Alle drei gehören zum Mutterkonzern Stellantis. Bei den Vorwürfen geht es um die möglicherweise manipulierten Abgaswerte älterer Dieselmotoren, die in den Jahren 2009 bis 2015 verbaut wurden. Stellantis weist die Vorwürfe zurück. Die Emissionskontrollsysteme hätten in dem fraglichen Zeitraum alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt.

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Auch gegen Renault wird ermittelt, betroffen sein könnten auch Mercedes-Modelle

Peugeot, Citroën und Fiat Chrysler und deren Mutterkonzern Stellantis sind nicht die einzigen Autohersteller, gegen die in Frankreich zum Teil schon seit Jahren ermittelt wird. Ähnliche Verfahren laufen auch gegen Renault und Volkswagen. Renault bestreitet den Einsatz von Betrugssoftware zur Abgaswertemanipulation. Dennoch muss der Autohersteller eine Kaution von 20 Millionen Euro für Entschädigungen und Strafgelder hinterlegen, außerdem wird eine Bankgarantie über 60 Millionen Euro fällig, um Schäden auszugleichen.

Im Fall der Vorwürfe gegen Renault könnten auch deutsche Fahrzeuge von Mercedes betroffen sein. Der Stuttgarter Autohersteller ist Partner von Renault. Die von den Ermittlungen betroffenen Dieselmotoren des französischen Unternehmens wurden in großen Stückzahlen auch in Autos des Kooperationspartners Daimler eingesetzt, vorwiegend in Mercedes-Benz A- und B-Klasse-Modellen.

In Deutschland droht Porsche eine Rückruf-Aktion wegen zu hoher Emissionen bei Benzinern

In Deutschland gibt es ebenfalls neue Verdachtsfälle. Dort hat das Kraftfahrt-Bundesamt ein Verfahren wegen geschönter Verbrauchsangaben bei Benzinmotoren eingeleitet. Bei drei Modellen seien die CO2-Emissionen wesentlich höher als beim Zulassungsverfahren von Porsche angegeben. Betroffen sind nach Angaben des Autoherstellers ältere Modelle des SUV-Typs Macan und des Sportwagens Boxster Spyder 981. Insgesamt sind knapp 20 000 Fahrzeuge betroffen. Das Kraftfahrt-Bundesamt will Porsche zu einer Rückrufaktion veranlassen. Der Autohersteller hatte das Verfahren selbst eingeleitet.

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