Sharing-Dienste
Enuu-Kabinenroller sorgen für Ärger in Berlin

Das Schweizer Startup Enuu verleiht in den Berliner Bezirken Mitte und Kreuzberg elektrisch betriebene Kabinenroller. Jetzt gibt es Ärger, weil die kleinen Fahrzeuge häufig regelwidrig auf dem Gehweg abgestellt werden.

Enuu-Kabinenroller Falschparker sorgen für Ärger in Berlin (Bild: Enuu)

In den Berliner Bezirken Mitte und Kreuzberg stehen seit einigen Wochen kleine elektrisch betriebene Kabinenroller des schweizerischen Startups Enuu in den Straßen. Die einsitzigen Fahrzeuge des Sharing-Dienstes können per App angemietet werden. Bis Ende Juni werben die Newcomer damit, dass die Fahrzeuge in der ersten Stunde kostenlos genutzt werden können. Anschließend kostet jede Minute 19 Cent.

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Mit 50 E-Rollern ist Enuu in Berlin gestartet

Mit rund 50 Fahrzeuge ist Enuu in der deutschen Hauptstadt gestartet, bis Ende Juni sollen es 165 sein. Die Kabine des Einsitzers ist wettergeschützt, auch Platz für Gepäck ist vorhanden. Angetrieben wird das schrullige Gefährt von einem 800 Watt starken Elektromotor, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 28 km/h, die Reichweite wird mit 40 Kilometer angegeben. Gefahren werden kann der überdachte Roller mit einem Mopedführerschein der Klasse M. Bewegt werden muss das Fahrzeug wie ein Motorroller auf der Strasse, Rad- oder gar Fußgängerwege sind tabu. Das gleiche gilt, wenn der E-Roller geparkt wird.

Falschparker blockieren Gehwege

Soweit, so gut. In Berlin wurden die ersten Probleme aber schon kurz nach dem Start deutlich: Wie Roland Stimpel, Vorsitzende des Berliner Fußverkehrvereins FUSS, sich gegenüber der TAZ beschwerte, würden die Fahrzeuge vielerorts die Gehwege blockieren. Noch schlimmer: Auch Enuu-Personal soll die Roller auf dem Gehweg abgestellt haben. Von Stimpel auf das Problem angesprochen, entschuldigten sie sich damit, ihnen sei erklärt worden, das sei rechtlich in Ordnung sei – was nicht stimmt.

In Zürich gab es im vergangenen Jahr ebenfalls zuerst Probleme und dann Verbote: 130 der vorhandenen 150 Enuu-Roller wurden dort von den Straßen verbannt. Enuu war in der Stadt erst 2019 gestartet.

Mehr: Golem