Feinstaub
Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft…

…wo nur selten was verpufft, pufft, pufft. So hallt es in einem alten Gassenhauer. Schön wär’s. In keiner deutschen Metropole schwebt so viel gesundheitschädlicher Feinstaub durch die Atmosphäre wie in der Hauptstadt.

Schlecht zum Luftholen: Berlin-Mitte im Abgasdunst (Foto: wal_172619 / pixabay)

Miese Noten für Deutschlands Hauptstadt: Bei der Belastung der Luft durch Feinstaub wie Ruß landet Berlin europaweit nur auf Platz 219, so weit hinten wie keine andere deutsche Stadt. Die wenigsten gefährlichen Partikel schweben von den 52 gelisteten Städten hier zu Lande in Göttingen durch die Luft, europaweit ist das Platz 29. Nicht ganz so gut kommen Freiburg (Platz 45), Darmstadt (Platz 46), Lübeck (Platz 50) und Hannover (Platz 56) weg. Trotzdem wird diesen und 25 weiteren Städten in Deutschland eine gute Luftqualität bescheinigt. In 22 Städten, darunter Berlin, gilt die Feinstaubbelastung als moderat. Dies zeigt der neue Anzeiger zur Feinstaubbelastung in 323 Städten in der EU, den die Europäischen Umweltagentur (EUA) für die vergangenen zwei Jahre erstellt hat. Köln fehlt auf der Liste, weil es an Messdaten mangelt.

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Sauberer Norden und Westen

Feinstaub ist der Luftschadstoff, der am meisten Krankheiten und Todesfälle verursacht. Während die Luftqualität in Europa in den vergangenen Jahren Jahren deutlich besser wurde, ergab die jüngste jährliche Bewertung der EUA, dass 2018 durch Feinstaub in 41 europäischen Ländern etwa 417 000 Menschen vorzeitig starben.  Am wenigsten Feinstaub liegt in der EU in Umeå in Schweden in der Luft gefolgt von Tampere in Finnland und Funchal in Portugal. Am schlimmsten steht es damit in Nowy Sacz in Polen, Cremona in Italien und Slavonski Brod in Kroatien. Ein großer Teil des Feinstaubs stammt aus Heizungsanlagen, Kraftwerken, Industriebetrieben und Dieselfahrzeugen.

In zwei von fünf Städten in der EU ist die Luft gut

Ingsesamt stuft die EUA die Luftqualität in 127 von 323 erfassten Städten in der EU als gut ein. Das heißt, die Feinstaubkonzentration liegt bei ihnen unter dem Richtwert der Weltgesundheitsorganisation von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. „Die Luftqualität hat sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert, die Luftverschmutzung ist jedoch in vielen Städten in ganz Europa immer noch anhaltend hoch“, so EUA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx.. Insofern liefere der neue EAU-Feinstaubanzeiger konkrete und lokale Informationen, die die Bürgerinnen und Bürger nutzen können, um ihre Behörden vor Ort aufzufordern, etwas gegen bestehende Probleme zu unternehmen. Dies wird uns allen helfen, die Null-Schadstoff-Ziele der EU zu erreichen.“

Mehr: t-online