Plastikmüll
Abfallsammler für schwer zugängliche Gewässer

Das neuartige Boot heißt “Mobula 8”. Es ist so wendig, dass es in Mangroven, Flüsse, Kanäle und Häfen fahren kann, um dort die Unmengen an Abfall zu entfernen, die viele solche Gewässer in schwimmende Müllkippen verwandeln.

Kleines Schiff, große Wirkung: “Mobula 8” nimmt knapp 2,5 Tonnen Abfall auf (Foto: The SeaCleaners)

Die Leistung des Winzlings ist beachtlich: “Mobula 8” kann in einer Stunde 15 000 Quadratmeter Wasser reinigen, das enspricht der Fläche von rund eineinhalb Fußballfäldern. Dabei tauchen die beiden Pflugarme am Bug bis zu 40 Zentnter unter die Wasseroberfläche, um des umherschwimmenden Schmutzes habhaft zu werden. Bis “Modula 8” zum Entladen an Land muss, können die Behälter an Bord fünf bis acht Kubikmeter Mül aufnehmehmen, das sind bis zu 2,4 Tonnen, sowie 600 Liter flüssige Abfälle bunkern. Für gefährliche Abfälle gibt es spezielle Boxen.

Auf Erkundungsfahrt für den Mutter-Katamaran

Der schwimmende Müllfresser geht diese Tage zu Wasser und ist das erste Beiboot eines geplanten Riesen-Katamarans namens „Manta“, den die Umweltschutzorganisation Seecleaners 2024 zur Reinigung der Meere von Abfällen, insbesondere von Plastik, in Betrieb nehmen will. Im Gegensatz zum Mutterschiff ist das Tochterboot “Mobula 8” jedoch so konzipiert, dass es in flachen und schwer zugänglichen Gewässern wie Mangroven, Flüssen, Kanälen und Hafengebieten sein Werk verrichten kann. „Die Mobula 8 ebnet den Weg für zukünftige Sammelaktionen des Manta. Ziel ist es, Gebiete zu identifizieren und zu lokalisieren, die für den Einsatz des Manta ab 2024 am besten geeignet sind“, so Yvan Bourgnon, Gründer der Meeresschutzorganisation TheSeaCleaners.

Zweites Boot geplant

Die UNO hat Plastik im Meer zu einer der sechs größten Umweltkatastrophen erklärt. Jede Minute gelangen 17 Tonnen Plastikmüll in die Ozeane, das sind neun bis zwölf Millionen Tonnen pro Jahr. Wenn das so weiter geht, wird es laut Vereinten Nationen 2050 mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen geben. Rund zwei Drittel Plastiks, das aus Flüssen in die Ozeane gelangt, stammen aus den 20 am stärksten verschmutzenden Flüssen der Welt, fast alle davon in Südostasien. Nach “Mobula 8” will der Erbauer, das französische Unternehmen Efinor aus La Hague in der Normandie, eine größere Variante namens “Modula 10” in Angriff nehmen. Die Hochschule Bremen hingegen arbeitet an einer schwimmenden Anlage, die vor allem vor der Küste Müll aus dem Meer fischen soll.

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