Kreislaufwirtschaft
Zwölf Milliarden Euro Wertschöpfung, 170 000 neue Jobs

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), bisher nicht gerade als Umweltschützer bekannt, fordert die Einführung der Kreislaufwirtschaft – und nennt zwei prominente Unternehmen als Vorbild.

Wertvolles Altmetall: (Foto: Eveline de Bruin / pixabay)

Es ist eine Kernidee der Umweltbewegung: Alles, was der Mensch der Natur entnimmt, nach Gebrauch möglichst wieder zu verwerten, damit nichts Schädliches in die Natur zurückgelangt. Das nennt man Kreislaufwirtschaft. Für die beginnt sich nun auch die Bundesvereinigung der Deutschen Industrie (BDI) zu erwärmen. Der Lobby-Riese sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Unternehmensberatung Deloitte haben errechnet, welche Effekte mehr Kreislaufwirtschaft hätte, und sind zu dem Ergbnis gekommen: Bis 2030 seien damit eine zusätzliche Bruttowertschöpfung – also Löhne, Gehälter, Zinsen und Gewinne – von zwölf Milliarden Euro pro Jahr in den Recyclingindustrien sowie vor- und nachgelagerten Branchen sowie 177 000 neue Arbeitsplätze zu erreichen.

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Weniger Ressourcenverbrauch, CO2-Ausstoß und Importe

Die Einsparung von Ressourcen wäre beachtlich. So bräuchte Deutschland 8,7 Millionen Tonnen weniger Metallerze und eine Million Tonnen weniger Holz pro Jahr. Dadurch sänken auch die Importe. Unterm Strich fielen zwar 5,5 Tonnen weniger CO2-Emissionen an. Allerdings ergibt sich die Reduzierung dadurch, dass sehr viel CO2 außerhalb Deutschlands etwa durch weniger Metallgewinnung vermieden würde, nämlich 14,4 Tonnen CO2. Demgegenüber stiege der CO2-Ausst0ß hier zu Lande durch zusätzliches Recycling um neun Tonnen.

Ein deutsches und ein amerikanisches Vorbild

Was möglich ist, beweisen nach Meinung von BDI und Deloitte der iPhone-Hersteller Apple und der deutsche Premium-Autobauer Audi. So seien im iPhone 12 rund 99 Prozent des Wolframs, 98 Prozent der Seltenen Erden und 35 Prozent der Kunststoffe Recyclingmaterialien. Audi wiederum habe einen geschlossenen Kreislauf bei Aluminium aufgebaut, bei dem Abfallmetall sortenrein an die Lieferanten zurückgehe, um daraus Sekundäraluminium herzustellen.

Auftrieb könnte die Kreislaufwirtschaft durch die EU-Kommission erhalten. Diese hatte im vergangenen Jahr einen Aktionsplan dazu beschlossen, der unter anderem ein Recht auf Reparatur vorsieht.

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