Renault
Chinesen verhelfen EU zu eigener Batteriefertigung

Nach Deutschland nun Frankreich: Auch Renault will im großen Stil Batterien für Elektroautos bauen und bedient sich dabei derjenigen, gegen die der Westen gerade eine Allianz schmiedet – der Chinesen.

Elektro-Auto Zoe von Renault: Power aus dem Reich dem Reich der Mitte (Foto: Werner Hillebrand-Hansen)

Weil die Franzosen wie die Deutschen es nicht allein können, spannen auch sie die Chinesen ein. Frankreichs Autobauer Renault will künftig die Akkus für seine Elektroautos selbst bauen, am Standort Douai in Nordfrankreich. Helfen wird dabei das chinesische Unternehmen Envision AESC. Die Riesenfabrik soll im Jahr 2024 Zellen mit einem Energiegesamtwert von neun Gigawattstunden pro Jahr produzieren und die Kapazität bis 2030 auf 30 Gigawattstunden erhöhen. Lediglich für die Produktion von Hochleistungsbatterien für die oberen Fahrzeugklassen wie das Modell Alpine baut Renault auf Landsleute und hat 20 Prozent an dem französischen Batterie-Startup Verkor erworben. „Die strategischen Partnerschaften mit Envision AESC und Verkor stärken unsere Position erheblich, indem wir die Produktion von einer Million Elektrofahrzeugen in Europa bis 2030 sicherstellen“, so Renault-Chef Luca de Meo.

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Europas Helfer aus dem Reich der Mitte

Renault reiht sich ein bei den deutschen Autobauern. Um die Abhängigkeit von der Fertigung in Fernost zu vermeiden, bauen die Konzerne die Fertigung von Batterien für Elektroautos nun vor ihren Toren auf – und bedienen sich dabei ausgerechnet derjenigen, von denen sie unabhängig werden wollen: der Chinesen. Die Liste wird immer länger. In Thüringens Landeshauptstadt Erfurt will der weltweit größte Hersteller von Batteriezellen CATL aus China von 2022 auf dem 23 Hektar großen Gelände des insolventen Photovoltaik-Herstellers Solarworld Lithium-Ionen-Batterien für den europäischen Markt herstellen. Einer der Kunden: BMW. In Sachsen-Anhalt errichtet der chinesische Batteriehersteller Farasis eine – nebenbei CO2-neutrale – Fabrik. Daimler hat sich an dem Unternehmen mit drei Prozent beteiligt. Und gleich zwei Batteriewerke baut SVolt, ebenfalls aus China, im Saarland.

Gefährlicher Schulterschluss mit den USA

Die Benötigung chinesischer Hilfe ist ein Feigheitszeugnis für die drei deutschen Autozulieferriesen Bosch, Continental und ZF. Sie trauten sich nicht, Milliarden in eine eigene Batteriefertigung zu investieren. Bewegung brachte erst ein europaweites milliardenschweres Subventionsprogramm für eine Produktion in der EU. Doch weil die hiesigen Branchenführer dazu allein offenbar nicht in der Lage sind, braucht es nun das Know-how aus China. Das zeigt, wie riskant es für die EU ist, sich von den Amerikanern vor den Karren zu spannen lassen, um diese in einer Allianz gegen China bei der Aufrechterhaltung des weltweiten US-Hegemonialanspruchs zu unterstützen.

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