Schwellenländer
Immer weniger Strom aus Kohle, Gas und Erdöl

Die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen geht zurück. Grund dafür sind die sinkenden Kosten von Solar- und Windenergie. Höhepunkt der fossilen Stromproduktion war das Jahr 2018.

Windräder vor Braunkohlekraftwerk Wind und Sonne gehört die Zukunft (Foto: www.ceus-design.de)

Die Gestehungskosten für ein Kilowatt Solarstrom liegen im nördlichen Saudi-Arabien inzwischen unter umgerechnet einem Eurocent. Selbst im sonnenarmen Deutschland kostet Solarstrom nur 4,3 Cent pro Kilowattstunde. Er ist damit rund ein Drittel billiger als der Strom aus Kohle oder Gaskraftwerken zu durchschnittlich sechs Cent. Auch der Preis für Windstrom fällt stetig. In China kostet die Kilowattstunde umgerechnet 3,5 Eurocent. Sie ist damit nur 05, Cent teuer als Strom aus Kohle, aber 0,1 Cent günstiger als Strom aus Erdgas.

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Schwellenländer setzen auf Wind und Sonne

Entscheidend für den Wechsel ist aber die Preisentwicklung. Dem Finanznachrichtendienst Bloomberg zufolge sind die Kosten der Stromproduktion durch Solaranlagen in China seit 2014 fast auf ein Fünftel gefallen. In Indien fielen sie sogar auf ein Sechstel. Selbst in der Bundesrepublik sind sie auf etwas mehr als ein Viertel abgesunken. Ein Ende des Trends ist noch nicht zu erkennen.

Nach Einschätzung einer Studie der unabhängigen britischen Organisation Carbon Tracker und des indischen Instituts CEEW wird diese Entwicklung dazu beitragen, dass viele Entwicklungsländer die fossile Energie gleichsam überspringen. Da der Energieverbrauch in den Schwellenländern schneller ansteigt als in den entwickelten Ländern, wird dieser Trend in den kommenden Jahren den Anteil der nachhaltigen Energiequellen weiter ansteigen lassen.

Neue Anlagen sind nachhaltig

In den Industriestaaten wurde der Höhepunkt der fossilen Stromproduktion laut OECD schon 2007 überschritten. Bis 2040 werden der Studie zufolge 88 Prozent des Stromverbrauchs in Schwellenländern wie China, Indien oder Indonesien anfallen. Auch deshalb wurden bereits 2019 87 Prozent des Zuwachses der Stromproduktion durch Wind- und Solaranlagen produziert.

Die Autoren der Studie vergleichen die Situation des Strommarktes in den Schwellenländern mit der des Fernsprechmarktes nach der Jahrtausendwende. Viele Entwicklungsländer, die kein Festnetz hatten, verzichteten damals auf dessen Einrichtung und setzten von vorneherein auf den Mobilfunk.

Mehr: Die Zeit