Globale CO2-Emissionen
Es wird nicht besser – neuer Rekordwert bei CO2-Emissionen in Sicht

Klimakatastrophen hin, Beteuerungen her: Einer Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge steigen die globalen CO2-Emissionen fast ungebremst und erreichen 2023 einen neuen Höchststand. Die Experten üben harte Kritik am Kurs der Regierungen.

Qualmende Schornsteine
Qualmende Schornsteine im Kohlerevier Regierungen investieren zu wenig in saubere Energien
Foto: SD-Pictures on Pixabay

Die Bilder brennender Wälder in Kalifornien und der Flutschäden in Deutschland gehen um die Welt und beunruhigen die Menschen. Doch noch immer würde viel zu wenig Geld aus den Corona-Aufbauhilfen „in eine sauberere Zukunft“ fließen, moniert IEA-Chef Fatih Birol, „Es wurde zwar angekündigt, aber zu wenige Regierungen haben die Absicht bisher auch in die Tat umgesetzt.“ Im Gegenteil: Viele der Maßnahmen begünstigen entgegen der Beteuerungen fossile Brennstoffe wie Kohle und Gas.

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Das 1,5-Grad-Ziele rückt in weite Ferne

Die Wiener Experten belegen ihren Vorwurf mit Zahlen. Von den umgerechnet knapp 13,6 Billionen Euro an staatlichen Hilfsmaßnahmen flössen mit 380 Milliarden Dollar ein Bruchteil in grüne Energien. Und damit nur rund 35 Prozent der Investitionen, die notwendig sind, um das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen.

Der Großteil der Hilfsgelder sei hingegen für Projekte vorgesehen, die den Kohlendioxid-Ausstoß 2023 und in den Folgejahren auf neue Rekordhöhen treiben würden. In zwei Jahren, prognostizieren die Wissenschaftler, würden die Emissionen um 3,5 Milliarden Tonnen CO2 höher liegen als bei entschiedenem Gegensteuern.

Schwellen- und Entwicklungsländer verspielen eine große Chance

Die IEA hat für die Berechnung einen Tracker entwickelt, der nachvollzieht und vorhersagt, wie sich der Treibhausgasausstoß in allen Ländern der Welt entwickelt. Er wertet dazu 800 nationale Erholungsprogramme für die Konjunktur aus.

Insbesondere die Schwellen- und Entwicklungsländer, kritisiert Birol, mobilisierten viel zu wenig Geld für den Aufbau einer grünen Wirtschaft, obwohl sie am meisten unter dem Klimawandel litten. Sie verspielten damit eine große Chance. „Gut geplante Investitionen in saubere Energie bringen Jobs, stärken das Wachstum und es entsteht eine zukunftsfähige Energieindustrie.“

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