Landwirtschaft
Solar-Anlage schützt Obstplantage vor Unwetter

Schutz vor Sonne und Hagel, Einsparung von Plastikplanen – und gleichzeitig Stromerzeugung: Ein Solar-Projekt des Agrar- und Energiekonzerns BayWa r.e. in den Niederlanden ist dafür ausgezeichnet worden.

Schutz und Strom Solarpaneele über Himbeersträucher im niederländischen Babberich (Foto: BayWa r.e.)

Das Münchner Unternehmen hatte im vergangenen Jahr die größte europäische Fruitvoltaic-Anlage in Babberich, unweit von Emmerich, errichtet. Sie erstreckt sich über 3,3 Hektar und kann – je nach Wetterlage – bis zu 2,7 Megawatt Strom liefern. Die Anlage schützt eine Himbeerfarm.

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Agri-PV-Anlagen wie die in Babberich verbinden moderne Landwirtschaft mit Nachhaltigkeit. Sie machen es möglich, landwirtschaftliche Flächen doppelt zu nutzen. Die Paneele sind mehrere Meter über dem Boden angebracht und lichtdurchlässig. Dadurch sind Obst- und Gemüseanbau, aber auch die Nutzung von Weideflächen, unter den Paneelen weiterhin möglich. Mehr noch: Die Voltaik-Anlagen schützen empfindliche Nutzpflanzen vor den zunehmenden Hitzewellen, vor Stürmen, Hagel oder Starkregen. Die Landwirte senken so auch die Kosten für die Versicherungen gegen Extremwetterereignisse.

Nachhaltiger Strom statt Plastikfolien

Darüber hinaus ersparen sie den Bauern die Errichtung von Gewächstunneln aus Plastikfolien, die alle fünf bis sieben Jahre ersetzt und nach Windschäden wieder instand gesetzt werden müssen. Folientunnel geraten zudem zunehmend in die Kritik von Ökologen. Allein in den Jahren zwischen 2011 und 2018 hat sich die Fläche im geschützten Anbau in Deutschland beinahe verfünffacht. Laut Umweltbundesamt liegen in Deutschlands Landschaften rund zu 22 000 Tonnen agrarischer Kunststoff herum. Über die Jahre wird er fein zerrieben und endet als Mikroplastik im Boden. Mikroplastikpartikel sollen Bodenorganismen wie Regenwürmer schädigen.

Zusätzlich helfen die Agri-PV-Anlagen den Landwirten, den Wasserhaushalt der Pflanzungen durch geringere Verdunstung zu verbessern. Inzwischen experimentieren die Agrarfachleute von BayWa r.e. auch mit höherwüchsigen Pflanzen wie Apfelbäumen. Das weltweit tätige Unternehmen will bis 2025 Agri-PV-Anlagen mit einer Kapazität von zusammen 250 Megawatt Spitzenleistung installieren.

Die Verleihung des The smarter E AWARD in der Kategorie „Outstanding Projects“ sehen die Agrar-Energie-Experten als Ansporn, ihre führende Position auf dem Markt auszubauen. „Wir bemühen uns ständig, unsere Systeme innovativ weiterzuentwickeln, um einen Beitrag für eine nachhaltige Zukunft zu leisten“, kommentiert Stephan Schindele, Leiter Produktmanagement Agrar-PV bei BayWa r.e die Auszeichnung.

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