Windkraft
Netzbetreiber Tennet fordert Ausbau von Windanlagen auf dem Meer

Die ersten sechs Monate dieses Jahres waren im Vergleich zu anderen Jahren eher windschwach. Gerade deshalb müssten die Windkraftwerke auf See ausgebaut werden, sagt Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens. Dort sei das Windaufkommen doppelt so stark wie an Land.

Offshore-Windrad Liefert mehr Storm dank häufiger Brisen (Foto: Erich Westendarp/Pixelio)

Weil die Windräder auf See doppelt so viele Volllastunden Strom erzeugten wie landgebundene Anlagen, leisteten Offshore-Windparks gerade in windschwächeren Jahren einen größeren Beitrag zur Versorgungssicherheit. So lieferten die Windräder in der Nordsee zwischen Januar und Juni mit nur 9,67 Terawattstunden zwar 16 Prozent weniger Strom an Tennet als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Anteil des Nordseestrom am gesamten deutschen Windstrom stieg jedoch von 15,6 auf 16,6 Prozent. An Land war das Windaufkommen mit 22 Prozent von 60 auf 47 Terawattstunden noch stärker zurück gegangen.

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„Der Rückgang der eingespeisten Offshore-Windenergie in Deutschland ist rein wetterbedingt begründet“, sagte Meyerjürgens dazu, „es gab im ersten Halbjahr 2021 einfach weniger Wind als im ersten Halbjahr 2020.“ Die gesamte Spitzenleistung der Windräder in der deutschen Nordsee beträgt 6,68 Gigawatt. Nach mehrjährigem stetigem Ausbau wird dieses Jahr kein einziges Windrad hinzu kommen. Branchenkenner werten die Pause jedoch nur als Atempause und erwarten ab 2025 einen verstärkten Ausbau. Die Bundesregierung will noch in diesem Jahrzehnt auf eine Kapazität in Nord- und Ostsee von 20 Gigawatt Leistung und bis 2040 auf 40 Gigawatt kommen.

Evolution im Netz

Auch Netzbetreiber Tennet hat große Dinge vor. In der Nordsee will der niederländische Konzern bis 2030 rund 29 Gigawatt Windstrom-Übertragungskapazität bereitstellen. In dem Zeitraum will das Arnheimer Unternehmen 20 Milliarden Euro dafür in den Niederlanden und Deutschland bereitstellen. Meyerjürgens: „Die Ausbauschritte beim Offshorenetz von 700-Megawatt-Drehstrom- und 900-Megawatt-Gleichstromanbindungen hin zu künftigen Gleichstromanbindungen mit zwei Gigawatt Kapazität geben unseren Projekten die notwendige Schubkraft für eine erfolgreiche Energiewende.“

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