CO2-Emissionen
CO2-Ausstoß explodiert im Wahljahr

Die Coronakrise kaschierte, dass Deutschland beim Klimaschutz viel zu wenig tut. Das zeigen die Prognosen für das laufende Jahr. Die letzte Chance für eine Kehrtwende ist der Stimmzettel.

Klimapolitik am Scheideweg: Umweltpolititsche Schicksalswahl am 26. September (Foto: ELG21 / pixabay)

Die Warner sollten Recht behalten: Nicht die Energiepolitik, sondern die Corona-Krise sorgte dafür, dass Deutschland im vergangenen Jahr die angepeilte Verminderung der CO2-Ausstoßes schaffte. Kaum sprang die Wirtschaft wieder an, schoss auch der Verbrauch fossiler Energieträger wieder in die Höhe – mit ernüchterndem Fazit. 2021 wird Deutschland so viel mehr klimaschädliches Kohlendioxid als im Vorjahr ausstoßen wie seit 30 Jahren nicht: plus 47 Millionen Tonnen. Das ist zwar ein Minus von 37 Prozent gegenüber 1990, jedoch mehr als die geplante Reduzierung um 40 Prozent bis 2020. Damit verfehlt Deutschland nach dem kleinen Lichtblick durch Corona seine Klimaziele ausgerechnet in diesem Wahljahr klar. Dies ist das Ergebnis von Berechnungen der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende auf Basis von Emissionsdaten der Energiewirtschaft, der Gebäude, des Verkehrs, der Industrie und der Landwirtschaft im ersten Halbjahr 2021.

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Größtes Klimaschutzprogramm aller Zeiten erforderlich

„Im Wahljahr 2021 wird Deutschland den höchsten Anstieg der Treibhausgasemissionen seit 1990 verzeichnen. Das übertrifft selbst den Anstieg nach der Wirtschaftskrise 2009/2010″, so Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. 2010 waren Deutschlands Treibhausgasemissionen lediglich um rund 33 Millionen Tonnen CO2 angestiegen, also nur zwei Drittel von 2021. „2021 stehen wir damit wieder an der Startlinie“, so Graichen. „Daher braucht es jetzt das größte Klimaschutz-Sofortprogramm, das es in der Bundesrepublik je gegeben hat.“

Wer dazu am ehesten in der Lage ist, hat Greenspotting mehrfach anhand der Umweltprogramme der Parteien analysiert, die möglicherweise die kommende Bundesregierung bilden.

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