Septemberfieber
Hybride: Verschärfungen treiben Bestellungen in die Höhe

Weil Ende des Jahres die Förderung für etliche beliebte Plug-in-Modelle ausläuft, setzten jetzt viele Interessenten zum Bestell-Endspurt an. Denn als Stichtag gilt der Tag der Auslieferung.

VW Touareg ehybid Bleibt mit nur 46 Kilometer elektrischer Reichweite bald unter der Fördergrenze (Foto: Volkswagen)

Bisher reichte eine rein elektrische Reichweite bis 40 Kilometer, um eine staatliche Förderung zu erhalten. Mit Jahresende muss die elektrische Reichweite mindestens 60 Kilometer betragen. Plug-in-Liebhaber können zurzeit mit einer staatlichen Förderung von 4 500 Euro und einem Preiserlass von 2 250 Euro netto durch den Hersteller rechnen, zusammen also 6 750 Euro. Bei Plug-in-Modellen (PHEV) in der Preislage zwischen 40 000 und 60 000 Euro beträgt die Gesamtförderung nur noch noch 5 625 Euro.

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Ab dem Jahr 2025 reichen selbst 60 Kilometer elektrischer Reichweite nicht mehr für die Förderung. Geld gibt es dann erst ab 80 Kilometer. Der Autovermittler Carwow hat die Modelle, die ab Januar 2022 aus der Förderung fallen, aufgelistet. Zu den Streichkandidaten zählen Varianten des Audi Q8, Volvo XC90, dem Jaguar F-Pace 400e oder VW Touareg ehybrid.

Branchenkennern zufolge sollen bei den Lieferern der kurzatmigen Plug-in-Hybride zurzeit die Telefone nicht stillstehen – auch, weil Flottenmanager noch schnell die Gelegenheit wahrnehmen, Bestellungen loszuwerden. Die Hersteller hatten seinerzeit ihre Modelle entsprechend der alten Vorgaben entwickelt, später aber an die zu erwartenden Regelungen angepasst. Möglicherweise werden sie jetzt das Speichervolumen der Antriebsakkus anheben. Bei einigen Modellen ist das ohne großen technischen Aufwand möglich.

Plug-Ins gefährden Klimaziele

Die Förderung der PHEV war von Anfang an umstritten. Da Hybride über zwei Antriebe verfügen, ist ihr Gewicht besonders hoch und folglich auch Strom-, Diesel- oder Benzinverbrauch. Eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), des europäischen Dachverbandes nachhaltiger Verkehrsorganisationen „Transport & Environment“ und des Freiburger Öko-Instituts Anfang des Jahres ergab, dass bei gleichbleibenden Marktanteilen Plug-Ins bis 2030 eine zusätzliche CO2-Belastung von bis zu 4,3 Millionen Tonnen erzeugen würden. „Bei derzeitigen Rahmenbedingungen gefährdet der weitere Markthochlauf von Plug-in-Hybridfahrzeugen die deutschen Klimaziele 2030 im Verkehrsbereich,“ sagte Studienleiter Julius Jöhrens vom ifeu seinerzeit. „Aus umweltpolitischer Sicht sollte die Förderung dringend überprüft werden.“

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