La Palma
Vulkanausbruch fürs Klima bedeutungslos

Posts in den sozialen Medien, der Ausbruch des Vulkans Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma schade dem Klima ein Vielfaces mehr als der CO2-Austoß ganz Deutschlands, stimmen schlicht nicht.

Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma zu friedlichen Zeiten: Stoff für Klimaleugner (Foto: Lviatour)

„Der Vulcan in La Palma hat in den letzten Tagen so viel böses CO2 ausgestoßen wie Deutschland in den nächsten 100 Jahren einsparen will und das ist nur einer von vielen Vulkanausbrüchen am Tag.“ So war es in den vergangenen Tagen in einem Post zu lesen, der im Internet verbreitet wurde. Recherchen des Faktencheck-Teams der französischen Nachrichtenagentur Agene France-Presse (AFP) ergaben jedoch: völliger Quatsch, reine Fake News.

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Falsche Behauptung

Tatsache ist: „Die Behauptung, dass der aktuelle Vulkanausbruch in La Palma in wenigen Tagen mehr Kohlendioxid freisetze, als Deutschland in den nächsten 100 Jahren einsparen wolle, ist falsch“, so AFP. „Vulkanologen und Behörden erklärten, dass der CO2-Ausstoß durch Vulkane nur ein sehr kleiner Bruchteil von dem ist, was Menschen produzieren.“ Deutschland habe in der Vergangenheit gezeigt, dass es in nur einem Jahr so viel CO2 einsparen kann, wie aller Vulkane der Welt üblicherweise ausstoßen.

Relativ wenig CO2 aus Vulkanen

Die zu Grunde liegende Rechnung ist einfach. Deutschland minderte 2020 den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um insgesamt 510 Millionen Tonnen, stieß aber zugleich weiter 739 Millionen Tonnen aus. Die Vulkane auf der ganzen Welt mit Ausbrüchen wie jetzt auf La Palma stoßen nur 130 bis 440 Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich aus. „Selbst die größten Vulkaneruptionen der letzten Jahrhunderte haben relativ geringe Mengen CO2 produziert“, so der Vulkanologe Boris Behncke vom Institut für Geophysik und Vulkanologie in Catania auf Sizilien. „Es sind zu jedem Zeitpunkt 20 bis40 Vulkane aktiv und die gegenwärtigen Eruptionen in Island, auf La Palma und in Italien (Ätna) sind keineswegs außergewöhnlich groß. Sie stoßen nicht mehr Gas aus als andere Eruptionen in anderen Zeiten.“

Mehr: AFP