Koalitionsverhandlungen
VW-Zehn-Punkte-Plan für mehr Klimaschutz

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat zehn Punkte vorgelegt, um der künftigen Bundesregierung mehr Dampf beim Klimaschutz zu machen. Die Wünsche werden einigen missfallen.

Dauergehätschelter Dieselpreis: Rund zwei Jahrzehntlang real gleich billig (Grafik: Kopiersperre)

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Bundestagswahl am 26. September 2021 lag noch keine 24 Stunden vor und noch keine der möglichen Koalitionsparteien hatten Gespräche geführt, da twitterte Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess auch schon los. Die Rede war von“Gedanken“, die er sich gemacht habe, und er wünschte sich, „dass folgende 10 Punkte in die Verhandlungen mit einfließen“. Der Zehn-Punkte-Plan des größten europäischen Autobauers, so sehr er diesem selbst nützt, entbehrt nicht einer gewissen umweltpolitischen Logik und zeichnet sich durch frischen Offensivgeist aus. Das dürfte nicht allen gefallen.

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Schnellere Anstieg des CO2-Preises auf höheres Niveau

So fordert Diess, die Steuer auf jede ausgestoßene Tonne CO2 von 2024 an auf 65 Euro zu erhöhen und nicht erst 2025 auf nur 55 Euro. Das wird all diejenigen ärgern, die kein E-Auto haben, sich dieses nicht leisten können, gerade einen neuen Verbrenner gekauft haben oder ihr altes Auto möglichst lange fahren wollen beziehungsweise müssen. Auch die große Menge der Verbraucher, die mit Gas oder Öl heizen, wird das nicht freuen. Ähnliches gilt für das „Ende der Subventionen für fossile Kraftstoffe“ und den „schnelleren Kohleausstieg“, die der VW-Lenker fordert. Das trifft vor allem Viel- und Lkw-Fahrer, die über die Lande dieseln und dafür weniger bezahlen als für Benzin.

Schrittweiser Abbau der E-Auto-Prämie

Nicht nur Freunde wird sich Diess auch bei Branchenkollegen machen mit seinem Wunsch „Kaufprämie für Elektroautos bis 2025 schrittweise abbauen“. Zwar könnte dies dazu führen, dass Kunden die Autohäuser stürmen, um schnell noch die aktuelle Maximalprämie von gut 9000 Euro einzusacken. Gleichzeitig könnte dies aber auch den Wettbewerb unter den Herstellern anheizen, um die E-Autos preiswerter zu machen, damit sich mehr Kunden die klimafreundlichen Fahrzeuge leisten können. So oder so – für VW ist die forcierte Elektrifzierung des Autos von großer Bedeutung, weil Konzernchef Diess die E-Offensive ausgerufen hat und Milliarden in neue Batteriefabriken investieren will.

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