Biomilch
Biomilch schädigt die Umwelt am wenigsten

Bisher war es eine Vermutung, jetzt haben Wissenschaftler den Beweis erbracht: Ökologisch gewonnene Biomilch aus Weidehaltung belastet die Umwelt weit weniger als Milch aus konventioneller Landwirtschaft mit Stallhaltung.

Grasende Almkühe Biomilch mit der besseren Umweltbilanz Foto: Sergio Cerrato – Italia auf Pixabay

Experten unter Leitung des Öko-Instituts haben die versteckten Kosten der Milchproduktion für die Umwelt im Auftrag des Umweltbundesamts erstmals auf den Cent genau ausgerechnet – und so sichtbar gemacht. Das Ergebnis: Ökobetriebe, deren Tiere viel auf der Weide grasen, verursachen mit bis zu 27 Cent je Kilogramm Milch die niedrigsten Umweltschadenskosten; Landwirte, die ihre Kühe rein im Stall halten, mit bis zu 34 Cent die höchsten.

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Ackerbohnen statt importiertes Soja

„Diese Kosten sind heute nicht im Preis der Milch enthalten“, erläutert Studienleiterin Jenny Teufel. „Sie müssen dennoch über kurz oder lang von der Gesellschaft gezahlt werden.“

Negativ für die herkömmliche Haltung schlägt vor allem die Art der Fütterung zu Buche. 18 bis 34 Prozent der Treibhausgasemissionen, die ein Liter Milch verursacht, gehen in der konventionellen Produktion auf das Konto des Futters. Bei der Biomilch sind es nur sechs bis 20 Prozent. Würden die Bauern statt aus Übersee importiertem Soja zum Beispiel mehr Ackerbohnen aus hiesigem Anbau in die Tröge füllen, fiele die Klimabilanz schon besser aus.

Tierhaltung treibt Erderhitzung stärker als der Verkehr

Unabhängig von der Haltungsform rülpsen und pupsen alle Kühe klimaschädliches Methan in nicht unerheblichen Mengen aus. Es entsteht bei der Verdauung. Wie sehr die Tierhaltung allgemein dem Klima zusetzt, zeigt eine jüngste Greenspeace-Studie. Der zufolge setzt sie mehr Treibhausgase frei als sämtliche Fahrzeuge in der Europäischen Union – Lkw, Busse und Motorräder eingerechnet.

Traumduo öko plus Weide

Weil Bio-Kühe je Futtereinheit weniger Milch geben als ihre konventionell gehaltenen Artgenossen, belasten sie das Klima sogar stärker mit Klimagasen. Die Vorteile bei der Futtermittelbeschaffung gleichen diesen Nachteil aber bei weitem aus.

Neben Klimaeffekt und Futter flossen weitere Faktoren in die Berechnung des Umweltrucksacks ein: Wasserverbrauch, Belastung der Böden mit Nitraten und Phosphor, die Auswirkungen von Chemikalien auf Mensch und Umwelt sowie der notwendige Energieeinsatz für die Produktion zum Beispiel. Öko plus Weide, so steht unter dem Strich, minimieren die Umweltkosten um fast ein Fünftel. Ein klarer Auftrag an die Politik.

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