Nobelpreis
Physik-Nobelpreis für Klimaforscher

Den Nobelpreis für Physik teilen sich dieses Jahr drei Klimawissenschaftler, darunter der ehemaliger Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Klaus Hasselmann. Er entwickelte maßgeblich Grundlagen für das Verständnis der Erderwärmung.

Nobelpreisträger Hasselmann

Wenige Wochen vor dem Start der nächsten Welt-Klimakonferenz im schottischen Glasgow setzt das Stockholmer Nobelpreiskomitee mit der Ehrung der Klimaforscher ein Zeichen für die derzeit wichtigste Menschheitsaufgabe: Den Temperaturanstieg auf dem Planeten soweit abzubremsen, dass die Lebensgrundlagen erhalten bleiben.

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Breitseite gegen Klimawandelleugner

Der Vorsitzende des Nobelpreiskomitees für Physik, Thors Hans Hansson, betonte bei der Bekanntgabe an die Adresse von Skeptikern und Klimawandelleugnern: Die ausgezeichneten Entdeckungen zeigten, dass das Wissen über den Klimawandel auf einem soliden wissenschaftlichen Fundament basiere. Und fügte hinzu: Diejenigen Entscheidungsträger in der Welt, die die Botschaft des Klimawandels immer noch nicht begriffen hätten, würden dies vermutlich auch in Zukunft nicht tun.

Hasselmann zeigte sich gegenüber dem Magazin Spiegel überrascht von der Auszeichnung: „Ich will gar nicht aufwachen, für mich ist das ein schöner Traum“, sagte der 89-jährige Pensionär, der das Max-Planck-Institut bis 1999 leitete.

Mitgewinner Manabe Foto:
Bengt Nyman from Vaxholm, Sweden

Der gebürtige Hamburger widmete sich schon in den 1980iger Jahren intensiv dem von Menschen verursachten Treibhauseffekt und warnte in heller Weitsicht: „In 30 bis 100 Jahren, je nachdem, wieviel fossiles Brennmaterial wir verbrauchen, wird auf uns eine ganz erhebliche Klimaänderung zukommen. Man sollte sich bewusst werden, dass wir in eine Situation hineinkommen, wo es keine Umkehr mehr gibt.“ Aktuelle Studien, unter anderem des Weltklimarats, bestätigen seine Befürchtung.

3. Preisträger Parisi Foto: wikimedia.org

Hasselmann sowie der in den USA forschende gebürtige Japaner Syukuro Manabe erhalten eine Hälfte des Preises für die von ihnen entwickelten Modelle zur Entwicklung des Erdklimas und der Rolle der Menschen dabei. Die andere Hälfte geht an den Italiener Giorgio Parisi. Der 1948 in Rom geborene Physiker habe ein physikalisches und mathematisches Modell geschaffen, mit dem die Funktionsweise komplexer Systeme in so unterschiedlichen Bereichen wie Klima, Mathematik, Biologie, Neurowissenschaften und Maschinenlernen erstmals zu durchschauen sei, lobt das Komitee.

Auch Parisi appelliert an die Vernunft der Menschheit und der politisch Verantwortlichen, beim Klimaschutz keine Zeit mehr zu verlieren. „Es ist klar, dass wir für künftige Generationen jetzt sehr schnell handeln müssen.“

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