Autoindustrie
GM will in neuem Forschungszentrum Super-Akkus entwickeln

General Motors gibt Gas in der Batterie-Forschung. Vor den Toren der Automobil-Metropole Detroit errichtet der Hersteller ein gigantisches Batterie-Labor. Unter anderem will GM dort an Feststoff-Akkus mit einer Kapazität von bis zu 1200 Wattstunden pro Liter tüfteln.

Wallace Battery Cell Innovation Center bei Detroit Schon Mitte nächsten Jahres sollen hier erste Prototypenzellen entstehen

Die Anlage entsteht auf dem vorhandenen Forschungscampus im Detroiter Vorort Warren und ist bereits im Bau. GM will in dem Wallace Technical Center genannten Labor Lithium-, Metall, Silizium und Feststoff-Akkus entwickeln. Das Center soll dazu beitragen, für die nächste Generation der GM-eigenen Batterie Ultium eine Kostenverminderung von 60 Prozent zu erzielen. Der Autobauer hat sich auf eine rein elektrische automobile Zukunft festgelegt.

ANZEIGE

Auf eine bestimmte Akku-Technik hat sich GM nicht kapriziert. Die Ziele sind jedoch hoch gesteckt. GM rechnet damit, bald Batterien mit Kapazitäten zwischen 600 und 1200 Wattstunden pro Liter entwickeln zu können. Herkömmlich verbaute Antriebsbatterien stellen etwa 400 Wattstunden pro Liter bereit. In der Anlage sollen auch großformatige Prototypen mit einem Breite von einem Meter gebaut werden. Damit unterscheidet sich das Entwicklungszentrum von anderen Laboren, die üblicherweise nur Kleinstzellen erproben.

Massive Erweiterung

Das Zentrum mit einer vorerst geplanten Fläche von fast 30 000 Quadratmeter kann bis zu der dreifachen Fläche ausgebaut werden. Geplant ist, durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die Forschungsprozesse erheblich zu beschleunigen. GM will in einer Datenfarm alle batterierelevanten Prozesse innerhalb und außerhalb des Labors in einer einzigen, riesigen Cloud zusammenführen. „Das Wallace-Center stellt eine massive Erweiterung unserer Batterie-Entwicklung dar“, kommentiert Doug Parks, GM Vice President für weltweite Produktentwicklung, Einkauf und Lieferketten, „es ist ein wesentliches Element unseres Plans, Zellen zu bauen, die künftig die Grundlage für günstigere E-Autos mit größerer Reichweite sein werden.“

Das Batterie-Center ist nach Bill Wallace benannt. Wallace hatte die Akku-Forschung bei GM über Jahre mit Engagement und Charisma voran getrieben. Der Direktor für Batteriesysteme und Elektrifizierung arbeitete für GM bis zu seinem Krebs-Tod im Jahr 2018 und formte das Team, das heute sein Erbe fortführt.

Mehr: The Detroit News