McKinsey
E-Autos: Verdienen sich die Konzerne bald dumm und dämlich?

Noch vor kurzem galt es als ausgemacht: Stromer bringen kaum Profit. Doch jetzt behauptet eine McKinsey-Studie das Gegenteil. Schon jetzt schreiben die Hersteller schwarze Zahlen – schneller als erwartet. Und bald dürften die Gewinne so richtig sprudeln.

Erneuertes Elektroauto-Werk von Renault in Douai, Nordfrankreich Satte Profite wahrscheinlich (Foto: Renault)

Nockenwelle, Benzinpumpe, Zahnradgetriebe, Zylinderkopfdichtung – alles, was einst die Herzen von Autobauern höher schlagen ließ, spielt in der neuen Stromer-Welt keine Rolle mehr. Kein Wunder, dass Manager, Ingenieure und Betriebsräte der traditionsreichen Verbrenner-Szene am E-Auto kein gutes Haar ließen. Nachdem die technischen Argumente ausgingen, wurden die kaufmännischen hervor geholt. Geld könne man mit Elektroautos nicht verdienen. Behauptete zum Beispiel im Januar noch der Ex-Volkswirt von BMW, Helmut Becker. Einer von vielen!

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Jetzt zitiert die WirtschaftsWoche eine Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey. Die kam nach Kostenanalysen von 16 E-Modellen zu ganz anderen Schlüssen. Bereits heute würden die Hersteller im Durchschnitt hellgraue Zahlen schreiben. Bei sechs Modellen seien die Zahlen noch zart rosa. Bei acht Modellen würden die Kosten voll herein geholt. Und bei zwei Modelle der Oberklasse verdienten die Unternehmen schon richtig dick Kohle.

Satte Gewinne

Das sei aber erst der Anfang. Noch in diesem Jahrzehnt steigt nach Ansicht der Consulter die Umsatzmarge auf acht bis zehn Prozent – wenn die Firmen weiter wie bisher arbeiten. Feilten die Autobauer aber an ihren Kosten, seien zusätzliche acht Prozent Gewinnmarge möglich. Machten die Konzerne ganze Sache und passten die Geschäftsmodelle konsequent der neuen E-Auto-Welt an, könnten sie die Marge sogar auf bis zu 30 Prozent hoch treiben. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr erzielte VW eine Umsatzrentabilität von 7,3 Prozent, Daimler von 5,2 Prozent und BMW von 5,3 Prozent. Porsche schaffte in den ersten drei Monaten dieses Jahres 16,2 Prozent.

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