Schule
Obst und Gemüse halten bei Kindern Leib und Seele zusammen

Gesunde Ernährung ist das A und O für körperliche Fitness. Aber auch die Psyche profitiert davon, wenn reichlich Obst und Gemüse auf den Tisch kommt. Eine englische Studie erforschte den Zusammenhang bei Schulkindern: Kinder, die mehr Obst und Gemüse aßen, waren fröhlicher und entspannter.

Mens sana in corpore sano Gesunde Ernährung ist der Schlüssel zum körperlichen und geistigen Wohlbefinden von Kindern (Steffi Pelz/Pixelio)

Wissenschaftler der Universität von East Anglia (UEA) analysierten dazu Befragungen von 9 000 Schulkinder aus 50 Schulen der englischen Grafschaft Norfolk. Dank einer vorausgehenden, umfassenden Untersuchung über den Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit lagen die Basisdaten bereits vor. Die Ergebnisse der Analyse waren eindeutig: Kinder, die gesund ernährt wurden, waren mental fitter. Schüler, die mindestens fünfmal am Tag Obst oder Gemüse aßen, erzielten die besten Werte.

Die Kinder hatten Angaben über ihre Essgewohnheiten gemacht und kinderpsychologische Tests über sich ergehen lassen. Diese Tests bezogen sich auf ihre Fähigkeit der Stressbewältigung, die sozialen Beziehungen und die Fröhlichkeit der Probanden. Die Untersuchung bezog aber auch Faktoren wie das Familienleben oder Erfahrungen mit Feindseligkeit ein.

Frühstück ist wichtig

Ein Nebenergebnis der Studie war die Bedeutung guten und regelmäßigen Frühstücks und Mittagessens. Mitautor Richard Hayhoe sagt dazu: “Kinder, die ein traditionelles Frühstück zu sich nahmen, verfügten über ein besseres Wohlbefinden als diejenigen, die nur einen Snack oder ein Getränk zu sich nahmen.” Leider ist der Anteil der Kinder, die vor dem Schulgang kein ein komplettes Frühstück zu sich nehmen, mit mehr als einem Drittel relativ hoch. In einer 30 Kinder starken Klasse befanden im Durchschnitt sogar vier Kinder, die überhaupt nicht frühstückten. Auffallend war, vor allem bei den Schülern der Sekundarstufe, dass die Kinder, die das Frühstück durch die Einnahme eines Energiedrinks ersetzten, noch schlechtere Werte zeigten als die Schüler, die ganz auf das Frühstück verzichteten.

Jedes zehnte Kind nahm kein Mittagessen zu sich. “Das hat wahrscheinlich nicht nur auf den Schulerfolg Auswirkungen, sondern auch auf das körperliche Wachstum”, befürchtet Hayhoe. Schlechte Ernährung, so stellte sich zusätzlich heraus, fällt auch zusammen mit mehr Gewalt in den Familien.

Apell an die Politiker

Die Leiterin der Untersuchung, Alisa Welch von der UEA Norwich Medical School, appelliert an die politischen Entscheider: “Die Schul- Gesundheitspolitik sollte darauf aus sein, dass gute Ernährung für alle Kinder vor und nach der Schule zugänglich ist, um die seelische Gesundheit zu gewährleisten und das Ausschöpfen ihres Potentials.”

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