Urwald
Abholzen – Urwald für immer kaputt?

Bisher dachten Forstwirtschaftler, abgeholzter Urwald erhole sich bald wieder. Doch die Hoffnung trügt. Es dauert mehrere Jahrzehnte, bis an eine wirtschaftliche Nutzung – falls überhaupt – wieder zu denken ist.

Tropischer Regenwald: Einmal abeholzt, so gut wie für immer weg (Foto: Greg Montani /pixabay)

Vor allem in den Tropen herrscht bei den Holzfällern der Glaube, abgesägte Bäume wüchsen schnell wieder nach und der Urwald erhole sich bald von selber. Doch dies ist falsch, stellte jetzt Raffael Ernst von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden fest. “Nun sehen wir, dass es wohl eher 40 bis 60 Jahre braucht, bis das ursprüngliche Ökosystem in seiner Tiefe und Breite wiederhergestellt ist”, so der Mitautor einer Studie über Abholzungen in der Elfenbeinküste. Bisher sei man davon ausgegangen, dass es etwa 30 Jahre dauere, bis sich ein Wald erneuere und “man überhaupt nur darüber nachdenken kann, ihn wieder wirtschaftlich zu nutzen”.

Wunden auch nach einem halben Jahrhundert

Forscher haben ein Waldsttück im Nationalpark Taï des westafrikanischen Landes untersucht, in dem bis 1970 Holz geschlagen wurde. Dabei zeigte sich, dass vier von 33 Froscharten selbst nach einem halben Jahrhundert immer noch nicht zurückgekehrt sind. Die Wissenschaftler halten dies für ein bedenkliches Zeichen und bezweifeln, ob der zerstörte Wald jemals wieder so sein wird, wie er zuvor war, und ob in diesem Umfang Holz abwerfen wird. Als Alternativen zum Abholzen gelten Plantagen, in denen etwa Teak-Bäume nach ökologischen Kriterien aufgezogen werden.

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