Verbraucherschützer kontra Energieversorger
Unzulässig! Energieversorger verdoppeln Abschlagszahlungen

Heizöl kostet doppelt so viel wie vor Jahrfrist, Gas fast ein Drittel mehr. Manche Versorger ächzen unter den galoppierenden Einkaufspreisen und versuchen, sich bei ihren Kunden schadlos zu halten – mit fragwürdigen Methoden. So wehren Sie sich.

Heizungs-Regelung Verbraucherschützer rufen nach Aufsichtsbehörde Foto: Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Wer dieser Tage Post von seinem Energieversorger im Briefkasten oder elektronischen Postfach findet, muss sich auf eine böse Überraschung einstellen. Nach Erkenntnissen der Verbraucherzentrale NRW greifen mehr und mehr der Lieferanten zu rabiaten Methoden, um als Ausgleich für ihre gestiegenen Einkaufspreise vor allem auf dem Tagesmarkt ihre Kunden zu schröpfen.

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Ruhe bewahren und nicht zahlen

Ein Dreh: Die Unternehmen erhöhen schon zum nächsten Monat die Abschlagszahlung einfach mal drastisch – teilweise um mehr als 100 Prozent. Das berichten die Verbraucherschützer. Zu den bösen Buben gehörten etwa die Anbieter immergrün oder Wunderwerk. Andere erhöhten klammheimlich die Tarife, ohne die Kunden darüber zu informieren, klagen die Konsumenten-Advokaten.

Laut Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, haben die Verstöße massiv zugenommen. “Uns liegen zahlreiche Beschwerden über einseitig erklärte, drastische Erhöhungen der Abschläge vor.” Schuldzinski rät, die Ruhe zu bewahren. “Wir empfehlen den Betroffenen, den unrechtmäßigen Forderungen zu widersprechen und den erhöhten Abschlag nicht zu bezahlen.”

Bundesnetzagentur soll eingreifen

Der Experte fordert die Bonner Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde auf, umgehend wirksame Maßnahmen gegen solche und ähnliche Praktiken wie unverhältnismäßige Preiserhöhungen oder kurzfristige Lieferstopps zu ergreifen. “Wir hoffen, dass sie den offensichtlichen Regelverstößen einen Riegel vorschiebt und die Anbieter auf ihre Marktfähigkeit hin prüft.”

Große Mehrheit für Heizkostenzuschüsse

Die steigenden Energiepreise belasten vor allem einkommensschwache Haushalte überproportional. Im aktuellen Politikbarometer des ZDF spricht sich daher ein große Mehrheit von 77 Prozent der Befragten dafür aus, diese mit staatlichen Heiz- und Stromkostenzuschüssen davor zu bewahren, im Winter frieren zu müssen.

Doch jeder kann auch selbst etwas tun, um seine Rechnung zu senken. Etwa besser regelbare Thermostate einbauen, die Heizkörper regelmäßig entlüften, Fenster und Türen abdichten sowie Stoß- statt Dauerlüften. Alle Tipps finden sie hier.

Mehr: Verbraucherzentrale NRW

Von Dieter Dürand