Eletkrolyseure
Stahlkocher will in großem Stil Wasser spalten

Um Wasser mit Hilfe von Strom in Sauerstoff und Wasserstoff etwa für die Stahlindustrie aufzuspalten, braucht es sogenannte Elektrolyseure. Marktführer in Deutschland will ausgerechnet ein Traditionskonzern von der Ruhr werden.

Elektrolyseur von Siemens: ThyssenKrupp will sich vor die Münchner schieben (Foto: Siemens)

Aller Welt ist klar: Die Stahlkocher sind zusammen mit den Zementherstellern die beiden Industrien, die in der Produktion am meisten klimaschädliches CO2 ausstoßen. Der einzige Weg, dies zu ändern, ist der Ersatz von Kohle durch Wasserstoff, wie dies der schwedische Stahlproduzent SSAB begonnen hat und groß in Zeitungsanzeigen bewirbt. Doch um Wasserstoff zu produzieren, braucht es sogenannte Elektrolyseure, die mit Hilfe von Strom – natürlichem mit grünem – Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufspalten. Bisher machte sich Siemens damit einen Namen, jetzt will auch der Essener Stahl- und Technologiekonzern Thyssenkrupp groß in das Geschäft mit Elektrolyseuren einsteigen. “Wir sind dabei, unsere Fertigungskapazitäten stark zu erhöhen”, so Ulf Bäumer, Technikchef bei der Konzerntochter Industrial Solutions in Indien. “Derzeit stehen wir bei einem Gigawatt pro Jahr, aber wir müssen und wollen zu zwei und fünf Gigawatt kommen.”

Ambitionierte Ziele

Die geplante Ausweitung der Elektrolyseur-Produktion hat es in sich. Gelingt das Vorhaben, würde Thyssenkrupp jedes Jahr Anlagen bauen, deren Leistung fünf großen Kohlekraftwerken entspricht. Der Ruhr-Konzern würde dann in einem Jahr so viele Elektrolyseure bauen, wie in Deutschland nach dem Willen der Bundesregierung dank staatlicher Hilfe 2030 insgesamt installieren soll.

Marktführerschaft angepeilt

Ein Datum, bis wann ThyssenKrupp das schaffen soll, nennt Konzernmanager Bäumer allerdings nicht. Fest steht nur, dass die Essener damit die Marktführerschaft in Deutschland anstreben. “Meines Wissens nach”, so Bäumer, “sind wir derzeit die Einzigen, die in diesem Größenmaßstab produzieren.” Beim Einsatz von Wasserstoff in der eigenen Stahlindustrie hinkt Thyssenkrupp allerdings hinterher.

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