Windkraft
Geschafft – Windkraft ist wettbewerbsfähig

Iberdrola bringt den endgültigen Beweis: Die Windkraft, zumindest auf hoher See, ist wettbewerbsfähig mit Strom aus fossilen Energiequellen, zeigt eine neue geplante Anlage des spanischen Energieriesen in der Ostee.

Iberdrola-Zentrale im nordspanischen Bilbao: Windpark-Projekt in Ostsee ohne Subvetionen geplant (Foto: Iberdrola)

Horst Wildemann, altgedienter Betriebswirtschaftsprofessor und Geschäftsführer der Unternehmensberatung TCW in München, prognostizierte es im Februar in einem Beitrag für Greenspotting: Windkraft werde bald wettbewerbsfähig. Ein Dreivierteljahr später ist es ofenbar so weit: Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat bis 2026 den Bau eines Windparks namens “Windanker” in der Ostsee angekündigt, der ganz ohne Subventionen durch die Stromverbraucher in Form der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auskommen soll. Die Windmühlen vor der Küste der Insel Rügen sollen eine Leistung von 300 Megawatt haben, etwa ein Drittel eines großen Kohlemeilers, und ihren Strom auf Basis frei vereinbarter Langfristfverträgen mit Großabnehmern liefern.

Auf den Spuren von RWE und BASF

“Windanker” soll rund 800 Millionen Euro kosten und Teil eines Riesenwindparks “Baltic Hub” mit einer Leistung von einem Gigawatt werden. Nach zwei geplanten Windparks in der Nordsee ist die Iberdrola-Anlage die erste ohne Subventionen in der Ostsee – ein endgültiger Durchbruch für die Windenergie, zumindest auf hoher See. Mit ihrer Ankündigung eifern die Spanier ihrem Essener Wettbewerber RWE nach, der in der Nordsee zusammen mit dem weltgrößten Chemiekonzern BASF aus dem pfälzischen Ludwigshafen zwei Mega-Windparks errichten will, mit deren Strom ohne EEG-Abgabe klimafreundlich Wasserstoff produziert werden soll.

Appell und künftige Bundesregierung

Allerdings werden die Planungen der Konzerne, ohne Subventionen auszukommen, nur aufgehen, wenn die neue Bundesregierung die Ausbaupläne für die Windenergie erhöht und sich an diese hält. Vor diesem Hintergrund fordert Iberdrola-Deutschland-Chefin Iris Stempfle von der sich abzeichnenden rot-grün-gelben Koalition, “Spielregeln während des Spiels nicht zu ändern”, wie dies durch die zwischenzeitliche Reduzierung der Ausbauziele durch die Bundesregierung passiert sei, was zu einem “Fadenriss” des Ausbaus geführt habe.

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