Flugverkehr
Passagierflug mit 100 % synthetischem Kerosin

Der Beweis ist erbracht: Fliegen mit klimaneutralem Kerosin ist möglich. Das zeigte die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines mit einem Flug, für den sie eignes eine Sondererlaubnis erhielt.

US-Fluggesellschaft United Airlines: 75 Prozent weniger CO2-Ausstoß (Foto: Kentaro lemoto)

“Der heutige Flug ist nicht nur ein bedeutender Meilenstein bei den Anstrengungen zur Dekarbonisierung unserer Branche, sondern in Kombination mit den zunehmenden Vereinbarungen zur Produktion und Anschaffung alternativer Treibstoffe auch ein ausbaufähiger und wirksamer Weg, auf dem sich Unternehmen zusammentun und eine Rolle spielen können, um die größte Herausforderung unserer Epoche zu meistern.” Das euphorische Satzungetüm stammt von Scott Kirby, dem Chef der amerikanischen Flugggesellschaft United Airlines. Denn dieser ist tatsächlich etwas Bahnbrechendes gelungen: ein Tausend-Kilometer-Flug mit 100 Passagieren von Chicago in die US-Hauptstadt Washington mit 100 Prozent synthetisch produziertem Kerosin. Mit dem klimafreundlichen Treibstoff sparte die Maschine laut Kirby 75 Prozent des sonst üblichen CO2-Ausstoßes.

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Prominente Passagiere

Eigentlich dürfen Fluggesellschaften nur bis zu 50 Prozent synthetisch produziertes Kerosin verwenden. Für den Flug mit 100 Prozent erhielt United Airlines eine Sondererlaubnis. An Bord waren Geschäftsleute, Regierungsvertreter, Journalisten, Mitglieder von Nicht-Regierugsorganisationen und die Chef von Partnerunternehmen wie dem Flugzeughersteller Boeing oder World Energy, einem Produzenten nachhaltiger Flugzeugtreibstoffe (kurz: SAF für Sustainable Aviation Fuel).

Große Energieverluste

Auch die Deutsche Lufthansa versucht, den CO2-Ausstoß ihrer Flotte zu reduzieren, allerdings mit der Beimischung von vergleichsweise wenig grünem Kerosin. Dieser ist allerdings umstritten, weil bei der Produktion mit Hilfe erneuerbarer Energien extrem viel Energie verloren geht. Gleichwohl ist grünes Kerosin eine Chanche für die Flugbranche, ihren Anteil an der globalen Erderwärmung von rund 3,5 Prozent deutlich zu senken.

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