2025 wäre ein Wendepunkt in der Klimapolitik geworden, hätten die Amerikaner ihren Kohleverbrauch nicht rücksichtslos weiter erhöht. Das zeigen die gegenläufigen Entwicklungen in China, Indien und der EU.

Die Internationale Energieagentur (IEA) in Wien zieht einen traurigen Schlussstrich unter das zu Ende gehende Jahr. Eigentlich hätte 2025 einen Wendepunkt in der Klimapolitik markieren können, so der Tenor einer aktuellen Einschätzung. Stattdessen dürfte der Verbrauch der klimaschädlichen Kohle einen neuen Höhepunkt erreichen und um 0,5 Prozent auf 8,85 Milliarden Tonnen steigen. Schuld daran ist im Wesentlichen ein einziges Land: die USA. War der Kohleverbrauch dort in den vergangenen 15 Jahren rückläufig, dürfte er laut IEA in diesem Jahr um acht Prozent gestiegen sein – im Gegensatz zu den anderen drei großen Volkswirtschaften EU, Indien und China.
Kohleverbrauch in EU und Indien rückläufig
So sprangen in der EU wegen weniger Wind und Sonne im laufenden Jahr zwar öfter als sonst Kohlekraftwerke an, um Strom zu erzeugen. Trotzdem verbrauchten die Europäer unterm Strich immerhin noch drei Prozent weniger Kohle als im Vorjahr. 2023 und 2024 betrug der jährliche Rückgang 18 Prozent. Auch Indien, das trotz massiver Investitionen in Grünstromfabriken für weiterhin steigenden Kohleverbrauch steht, erzeugte in diesem Jahr weniger Energie mit dem Klimaschädiger aus dem Untergrund, da laut IEU wegen der frühen und heftigen Monsun-Saison die Stromnachfrage geringer gewesen sei und Wasserkraftwerke mehr produziert hätten.
China stoppt Anstieg und senkt Verbrauch bis 2030
Selbst China, wo weiterhin neue Kohlekraftwerke für die Sicherung der Stromversorgung in Betrieb gehen, wechselte in diesem Jahr von den Klimasündern zu den Klimaschonern. Das Land, das mehr Kohle verbraucht als der Rest der Welt zusammen, hielt laut IEG 2025 den Verbrauch gegenüber dem Vorjahr stabil – und dürfte ihn durch den raschen Ausbau der erneuerbaren Energien bis 2030 leicht reduzieren.

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