Absahner missbrauchen Elektro-Auto als Einnahmequelle

Wer ein Elektro-Auto kauft, erhält dafür bis zu 9000 Euro Prämie, 6000 Euro vom Staat und 3000 Euro vom Hersteller. Findige Absahner missbrauchen die Subvention, um das Fahrzeug bald wieder zum eigentlichen Preis zu verkaufen und die Förderung einzustreichen.

Tesla an der Ladestation: Absahner stoßen ihr Elektro-Auto schnell wieder ab (Foto: Andreas Lischka / Pixabay)

Am schlimmsten ist es mit den Teslas. Von den seit 2012 in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen des gleichnamigen US-Elektro-Auto-Pioniers ist fast jedes vierte wieder abgemeldet. Von allen in diesem Zeitraum hier zu Lande zugelassenen 890 000 vollelektrischen Autos kurvten Anfang Juli mehr als 100 000 Exemplare nicht mehr über die hiesigen Straßen. Grund für den Schwund: Die Käufer verkaufen das Elektro-Auto nach der Mindesthaltedauer von einem halben Jahr mindestens zum Preis ohne Abzug der Prämie ins Ausland und streichen den Umweltbonus ein. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen kennt das Problem, hat dagegen in den neun Monaten seiner Amtszeit allerdings nichts unternommen, sondern plant Abhilfe erst für das kommende Jahr.

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Schaden in dreistelliger Millionenhöhe

Der mitgenommene Umweltbonus führt bei den früh wieder abgestoßenen E-Autos zu keiner CO2-Entlastung in Deutschland, sondern zu einem finanzellen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe. Unter den Gebrauchtwagenhändlern gibt es inzwischen Spezialisten, die sich auf das Geschäft konzentrieren.

Hauptabnahmeland Dänemark

Um der Absahne einen Riegel vorzuschrieben, soll die Mindesthaltedauer geförderter Elektro-Autos auf zwölf Monate verdopelt werden. Die meisten abgestoßenen Elektrautos gehen vermutlich nach Dänemark. Dort gibt es eine Luxussteuer auf fabrikneue Stromer, die beim Kauf von gebrauchten Fahrzeugen allerdings entfällt. Befördert werden die Deals durch Lieferprobleme der Hersteller und steigende Preise für Elektroautos.

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