Verbrenner erleiden öfter Pannen als Elektroautos. Das ist das Ergebnis der jüngsten ADAC Pannenstatistik. Die Häufigkeit ist bei fünf Jahre alten Diesel- oder Benzinfahrzeugen um 69 Prozent höher als bei vergleichbaren Stromern.

E-Autos sind zuverlässiger als ihr Ruf. Laut der ADAC Pannenstatistik für das Jahr 2025 zählte die ADAC Straßenwacht bei fünfjährigen Verbrennern 17,3 Pannen auf tausend Bestandsfahrzeuge. Bei gleich alten E-Autos waren es nur 10,3 Pannen. Bei jungen Fahrzeugen ist der Unterschied noch gewaltiger. Für zweijährige Verbrenner liegt die Pannenkennziffer bei 5,8. Für E-Autos beträgt sie nur 2,1. Anders ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein junger Verbrenner liegen bleibt, ist fast dreimal so hoch wie für Stromer.
Die Experten des größten deutschen Automobilklubs erklären die größere Ausfallrate der Verbrenner mit der komplizierten Technik der klassischen Antriebe. Verbrenner verfügen über Kupplung, Auspuff, Zündsystem, Kraftstoffpumpe oder die Motorschmierung mit Öl. Beim E-Motor entfallen bis auf den den Rotor bewegliche Teile. Die mechanischen und thermischen Belastungen sind folglich geringer.

Warum E-Autos seltener liegen bleiben
- Für beide Antriebsarten gilt: Die Starterbatterie ist die häufigste Ursache für Pannen. E-Autos sind aber deutlich seltener betroffen. Zur Erläuterung: Stromer verfügen neben der großen Antriebsbatterie – mit Kapazitäten meist zwischen 30 und 90 Kilowattstunden und Spannungen 400 bis 800 Volt – über den klassischen 12-Volt-Akku, wie er auch in jedem Diesel oder Benziner zu finden ist. Er liefert die Energie für das Bordnetz und versorgt die Sicherheits- und Elektroniksysteme. Auch das Licht, der Bildschirm, die Fensterheber und Schließsysteme sind vom ihm abhängig. Mittelfristig dürfte der kleine Bleiakku jedoch aus E-Autos verschwinden. Forscher arbeiten daran, die Systeme direkt aus dem Hochvoltakku zu bedienen. Damit würde die häufigste Pannenursache von Stromern verschwinden – allerdings in den Verbennern verbleiben.
- E-Autos haben – unwesentlich – häufiger Pannen wegen der Bordelektronik. Auch hier ist die 12-Volt-Batterie, die die Bordelektronik versorgt, die Ursache. Sie ist anfällig und entlädt sich häufig. Die ADAC-Experten schließen nicht aus, dass die E-Auto-Nutzer ihr Fahrzeug häufiger per App „aufwecken“. Das Starten aber belastet die kleine Batterie.
- E-Autos haben seltener Pannen wegen Problemen am Motor oder seiner Steuerung. Denn der Antrieb von Stromern ist vergleichsweise primitiv. Verbrenner hingegen verfügen über komplexe Teile und Systeme wie Kolben, Ventile, aufwendige Getriebe, Turboladern und Kupplungen.
- E-Autos arbeiten ohne Motorenöl. Öl kann verschmutzen, folglich Filter und Leitung verstopfen oder Teile in den Brennkammern schädigen.
- E-Autos sind „cool“. Elektromotoren erzeugen – im Gegensatz zu Verbrennern – kaum Abwärme. Verbrenner arbeiten hingegen mit hohen Temperaturen und verursachen daher einen höheren Verschleiß.
- Die deutlich höheren Ausfälle des Schließsystems bei Verbrennern sind nach Einschätzung der Straßenwacht-Mitarbeiter Folge der geringeren Vernetzung von Diesel- und Benzinfahrzeugen. Ein im Wagen eingesperrter Schlüssel zum Beispiel befreien E-Fahrer per elektronischer Fernhilfe durch den Hersteller oder App. Im Prinzip verfügen auch Verbrenner über diese Möglichkeiten. Sie sind in Verbrennern allerdings seltener verbaut.
Batterien überleben ihre Autos
Anders als vielfach vermutet, sind die Antriebsbatterien so gut wie nie Ursache von Pannen. Sämtliche Untersuchungen bestätigen, dass Antriebsakkus äußerst robust sind. Sie überleben im Regelfall ihr Auto. Nach Erhebungen des US-Dienstleisters Recurrent müssen nur 1,5 Prozent der Akkus vorzeitig ausgewechselt oder repariert werden. Meist handelt es sich dabei um Garantiefälle. Zunehmend geben Autohersteller Garantien für 80 Prozent Kapazität bis zu 250 000 Kilometer Laufleistung und zehn Jahre ab statt – wie noch vor kurzem üblich – nur für 160 000 Kilometer und acht Jahre. Warum? Sie können es sich ohne großes Risiko leisten. Denn die meisten Antriebsbatterien haben selbst nach 300 000 Kilometer noch einen Gesundheitszustand von 87 Prozent.
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