Ägypten: Offensive bei grünem Wasserstoff

Die Pläne der EU, sich von russischen Energielieferungen unabhängiger zu machen, zeigen erste Wirkung. Ägypten plant offenbar, zum wichtigen Lieferanten für grünen Wasserstoff aufzusteigen.

Sonne ohne Ende: Ägypten will mit Solar- und Windstrom grünen Wasserstoff produzieren (Foto: NadineDoerle /pixabay)

Nach Marokko will sich auch Ägypten als Standort für die Erzeugung grünen Stroms in Afrika etablieren – und als Produzent grünen Wasserstoffs, den die europäische Chemieindustrie dringend benötigt. Zu diesem Zweck hat die ägyptische Regierung jetzt eine Vereinbarung mit dem Spezialisten für erneuerbare Energien Scatec in Norwegens Hauptstadt Oslo geschlossen. Das Projekt soll in zwei Phasen realisiert werden und 2025 die Produktion grünen Wasserstoffs starten, der mit Hilfe von Solar- und Windstrom erzeugt werden soll. Für die Investitionen werden fünf Milliarden Dollar veranschlagt.

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Mehr als Verdopplung

Bisher machte vor allem Marokko als neues Doroda für Sonnenergie vor den Toren Europas von sich reden, wobei die Verwendung des Stroms für die mögliche Produktion von Wasserstoff in dem wasserarmen Wüstenland höchst umstritten ist. Nun aber will auch das von Feldmarschall Abdel Fatah El-Sisi beherrschte 102-Millionen-Einwohner-Land von seinen geographischen Besonderheiten profitieren. Dazu zählt auch, den Anteil der eneuerbaren Energie von 20 auf 42 Prozent bis 2035 zu steigern – mehr als eine Verdopplung.

Beste Bedingungen für Produktion von Solarstrom

In dem Land am Nil scheint jedes Jahr die Sonne 2800 bis 3200 Stunde die Sonne, also acht bis neun Stunden pro Tag. Bessere Bedingungen für die Produktion von Solarstrom gibt es kaum. Und auch mit Wind ist Ägypten gesegnet. Am Golf von Suez weht kontinuerlich ein Lüftchen mit einer Geschwindigkeit von von acht bis zehn Kilometer pro Stunde. Aber auch die fünf bis acht Kilometer pro Stunde in anderen Regionen reichen aus, um Windkrafträder zu betreiben.

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