Anstieg der CO2-Emissionen weniger stark als befürchtet

Trotz kriegsbedingter Zunahme der Kohleverstromung nahm der C02-Ausstoß nur geringfügig zu. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur wirken sich die langfristigen Effekte des weltweiten Ausbaus von Sonne- und Windenergie inzwischen aus.

Windrad vor Kohlekraftwerk im Rheinland Dank nachhaltiger Energien nur gebremster Antieg von CO2 (Foto: www.ceus-design.de)
Windrad vor Kohlekraftwerk im Rheinland Dank nachhaltiger Energien nur gebremster Anstieg von CO2 (Foto: www.ceus-design.de)

Zwar würden im laufenden Jahr voraussichtlich 33,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Luft geblasen. Das sind über 300 Millionen Tonnen mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings sei die Zunahme deutlich geringer als das Plus im Vorjahr. Der geringfügige Anstieg sei eine Folge von Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine. Die dadurch ausgelöste Energiekrise und die steigenden Gaspreise hätten die Nachfrage nach Kohle befeuert.

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Von 2020 auf 2021 war die CO2-Belastung hingegen um zwei Milliarden Tonnen gestiegen. Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) hatten seinerzeit die Konjunkturprogramme nach der Corona-Pandemie dazu beigetragen. Einige Länder hatten dabei verstärkt fossile Energien eingesetzt.

Nach den Vorgaben der UNO müssten die CO2-Emissionen bis 2030 halbiert werden. Um das Ziel zu erreichen, wäre eine jährliche Reduktion von acht Prozent in diesem Jahrzehnt nötig. Davon sind die meisten Länder noch weit entfernt. Allerdings habe der verstärkte Einsatz der Erneuerbaren sowie die wachsende E-Motorisierung den Anstieg der damit verbundenen Kohlendioxid-Ausstöße fast gänzlich ausgeglichen. So seien Emissionen von rund einer Milliarde Tonnen im laufenden Jahr vermieden worden.

Mäßiger Anstieg CO2-Ausstoß im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: IEA)

Erneuerbare legen zu

“Die ermutigende Nachricht ist, dass Sonne und Wind einen großen Teil der Lücke füllen”, meinte IEA-Chef Fatih Birol dazu, “die leichte Zunahme bei der Kohle scheint relativ gering und nur temporär zu sein.” Nach Birols Einschätzung zeigen die Maßnahmen einiger Regierungen bereits strukturelle Wirkungen in der Energiewirtschaft. Laut IEA erhöht sich in diesem Jahr die Kapazität der Sonne- und Windanlagen um 700 Terawattstunden. Das ist bislang der stärkste Anstieg innerhalb eines Jahres. Zum Vergleich: Der Jahresstromverbrauch Deutschlands betrug im vergangenen Jahr 518 Terawattstunden.

Die IEA geht allerdings davon aus, dass die Kohleverstromungen in Asien dennoch im laufenden Jahr um zwei Prozent zunehmen. In der EU hingegen gehen – trotz des verstärkten Rückgriffs auf die Kohleverstromung – die CO2-Ausstöße in diesem Jahr wahrscheinlich zurück.

Mehr: ntv

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