Ein internationales Forscherteam hat ausgerechnet, dass Besitzer von Pkw und Lkw jährlich weltweit 9,3 Billionen Dollar Kosten des Autoverkehrs auf andere abschieben, egal ob diese ein Auto oder einen Lkw besitzen oder nicht.

Luftverschmutzung, Klimawandel, Gesundheitsschäden: Jedes Jahr laden Besitzer von Verbrennerfahrzeugen 9,3 Billionen Euro Kosten des Autoverkehrs auf die Allgemeinheit ab (Foto: garten-gg /pixabay)
Wer ein Auto besitzt, zahlt üblicherweise Steuern auf den Treibstoff, KfZ-Steuer, Versicherungsprämien und in manchen Ländern auch Maut. Doch dieses Geld reicht nicht aus, um die Kosten abzudecken, die durch Verschleiß, den Straßenbau und -unterhalt sowie durch Unfallschäden im Straßenverkehr insgesamt entstehen. Weitere 9,3 Billionen Dollar an Kosten werden jährlich weltweit durch die Besitzer von Pkw und Lkw auf die Allgemeinheit abgewälzt, also auch auf diejenigen, die überhaupt kein Auto haben. Dies entspricht rund 77 Prozent der Kosten, die der im wesentlich von Verbrennerfahrzeugen geprägte Autoverkehr verursacht. Das hat ein Team internationaler Wissenschaftler ausgerechnet. Enthalten sind in den 9,3 Billionen Dollar zum größten Teil die Folgeschäden von Unfällen, die nicht von den Versicherungen abgedeckt sind. Sie machen mehr als die Hälfte aus und ergeben sich aus Todesfällen, Verletzungen, verlorener Lebenszeit, Gesundheitsbeeinträchtigungen und geminderter Lebensqualität. Hinzu kommen die Kosten der Klimaschäden durch CO₂-Ausstoß und der Luftverschmutzung. Staus flossen nicht in die Rechnung ein, obwohl sie laut Studie einen erheblichen Anteil der nicht erstatteten Kosten ausmachen.
9,3 Billionen Dollar aus Daten in Europa und Nordamerika hochgerechnet
Zu den Autoren der Studie zählen der deutsche Klimaforscher und Autor des Weltklimarates Felix Creutzig, der schwedische Klimawissenschaftler Stefan Gössling und die Hamburger Transport- und Tourismusforscherin Nadja Schweiggart. Die Wissenschaftler haben Daten aus dem Jahr 2025 ausgewertet und untersuchten somit von ein von privaten Verbrennerautos geprägtes Verkehrssystem. Viele Daten stammend vorwiegend aus Europa und Nordamerika und wurden auf den weltweiten Verkehr hochgerechnet.
System aus autonom fahrenden Elektroautos wäre deutlich kostengünstiger
Die Forscher haben auch ausgerechnet, wie es billiger ginge und wie der Autoverkehr die Allgemeinheit weniger kosten als die derzeit rund 8,5 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung . Dazu stellten sie sich vor, alle privaten Diesel- und Benzinfahrzeuge würden weitgehend durch autonom fahrende Elektroautos ersetzt und die Nutzer würden per App pro Fahrt oder über ein Abo bezahlen, Die Zahl der gefahrenen Kilometer könnte so um ein Viertel sinken und die Kosten der Allgemeinheit fielen auf nur noch 2,4 Billionen Dollar. Manchmal braucht es eben solche Utopien, um sich über die Kostspieligkeit der heutigen Mobilität im Klaren zu werden – und um nach Abhilfe zu suchen.
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Die Kostenabgrenzung ist hier relevant: „Staus flossen nicht in die Rechnung ein“. Warum wurden sie trotz ihres laut Studie erheblichen Anteils ausgeschlossen?