Bis Ende des Jahrzehnts wird sich die Kapazität an Batteriespeichern versechsfachen

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Der Londoner Datenanalyst Global Data geht davon aus, dass die weltweite Kapazität an Batteriespeichern bis 2030 Jahr für Jahr um 42 Prozent wächst.

Großspeicher der RWE im ehemaligen Tagebau Hambach Weltweite Kapazität an Batteriespeichern expandiert (RWE)
Großspeicher der RWE im ehemaligen Tagebau Hambach Kapazität an Batteriespeichern expandiert (RWE)

Treiber der Nachfrage sind vor allem die wachsende Nachfrage nach Strom durch KI-Rechenzentren, die zunehmende Verwendung von Elektrizität als Energieträger und die Notwendigkeit die schwankende Stromerzeugung auszugleichen. Auch die wachsende Bedeutung der Erneuerbaren mit ihrer von Wetter und Tageszeit abhängigen Stromerzeugung führt zwangsläufig dazu, dass der Bedarf an Speichern wächst. Vor fünf Jahren betrug die Kapazität an Batteriespeichern 19 Gigawatt. Ende vergangenen Jahres betrug sie 301 Gigawatt – ein Wachstum um mehr als das Fünfzehnfache.

Hilfreich beim Ausbau war der Preisverfall. Im Jahr 2013 kostete eine Kilowattstunde Speicherkapazität noch rund 828 Euro. Im vergangenen Jahr pendelten sich die Preise für Batteriepacks stationärer Speicher auf rund 108 Euro ein.

Erneuerbare und Speicherbatterien stark in den USA – trotz Trump

Obgleich die Trump-Administration auf fossile Energien setzt und den Erneuerbaren wenig hold ist, sind die USA nach China das Land mit den meisten Batterie-Großspeichern. Mehr als ein Fünftel der weltweiten Speicherkapazität stehen in den Vereinigten Staaten. Der Grund ist zwar auch der starke Ausbau der nachhaltigen Stromerzeugung während der Regierungsjahre Joe Bidens. Doch wird die Kapazität der Stromspeicher unter US-Präsident Donald Trump weiter ausgebaut – wie die der Erneuerbaren insgesamt. Erstaunlich: Der Ausbau findet zum großen Teil in konservativen Bundesstaaten wie Texas oder Florida statt. So entfallen zum Beispiel rund 73 Prozent des gesamten Solarausbaus auf republikanisch regierte Bundesstaaten.

In der Tat wächst Amerikas Wind-, Solar- und Speicherbranche, als hätte es nie einen Regierungswechsel gegeben. Im vergangenen Jahr gingen über 50 Gigawatt erneuerbarer Leistung ans Netz. Fossile Anlagen machten weniger als zehn Prozent der neuinstallierten Gesamtleistung aus. Sonnen- und Windenergie haben inzwischen mit mehr als 20 Prozent der gesamten US-Stromerzeugung in Summe die Atomkraft überholt. Branchenkenner gehen von weiterem dynamischen Wachstum aus. Auch deshalb waren die Batteriekapazitäten im vergangenen Jahr um 19 Gigawatt auf rund 57 Gigawatt erweitert worden. In diesem Jahr sollen weitere 24 Gigawatt hinzukommen.

China ganz vorn

Noch beeindruckender ist die Entwicklung in China. Im Jahr 2025 wuchs die installierte Batterieleistung um 66 Gigawatt auf 145 Gigawatt. Bis Ende Juni dieses Jahres stieg sie weiter auf 153 Gigawatt. China und die USA verfügen laut Global Data heute über rund 75 Prozent der global installierten Batteriekapazität.

(statista/Energy Institite; Stastitical Review of World Energy 2026)

Deutschland erstaunlich stark

Dennoch braucht sich Deutschland nicht zu verstecken. Zwar scheint die Zahl von 17,5 Gigawatt klein im Vergleich zu China oder den USA. Doch bezogen auf das sechsmal größere amerikanische Bruttosozialprodukt ist die Kapazität in Deutschland deutlich mächtiger. Weltweit liegt Deutschland auf Platz drei nach China und den USA. In der EU machen Deutschlands Großspeicher immerhin 25 Prozent der Kapazität aus. Aktuelles Vorzeigeprojekt ist der Speicher des Energiekonzerns RWE am Braunkohle-Tagebau Hambach. Der Groß-Akku soll eine Leistung von 236 Megawatt erhalten und 470 Megawattstunden speichern können. Er soll bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Der fossile Tagebau hingegen läuft 2029 aus.

Batteriespeicher verändern den Strommarkt Wachstum 2025 bis 2030 (GlobalData)

Neue Systeme

Gleichzeitig zum weltweitem Wachstum ändern sich die technischen Anforderungen an die Batteriespeicher. Bestimmten in den vergangenen Jahren Systeme mit 2-Stunden-Entladedauer die Nachfrage, so werden zunehmend 4-Stunden-Systeme Standard. Die durchschnittliche Speicherdauer hat sich seit 2023 von zwei auf drei Stunden verlängert. Der Grund: Die Kurzzeitsysteme dienten vornehmlich zur Stabilisierung der Netze im Falle von schnell vorübergehenden Engpässen. Heute dienen sie hingegen zum mehrstündigen Verschieben von Energie – zum Beispiel von den sonnenreichen Mittags- in die Abendstunden. Nicht zuletzt geht es auch darum, günstigen Strom aus sonnen- oder windreichen Stunden in Zeiträume mit hohen Strompreisen zu verlagern.

Mehr: GlobalData; IWR

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