Boom bei Stromspeichern läuft heiß – ein Gegenprogamm zu den subventionierten Gaskraftwerken der Bundesregierung

Während die Bundesregierung den Bau hoch subventionierter Gaskraftwerke plant, um die Versorgungssicherheit beim Strom zu sichern, beginnt ein Wettlauf um den größten Stromspeicher Deutschlands – ein Gegenprogramm zum klimaschädlichen schwarzroten Energiekurs.

Geplanter Stromspeicher in Förderstedt bei Staßfurt in Sachsen-Anhalt: Zwei Stunden Elektrizität für 
500 000 Haushalte, falls gerade mal die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, um grünen Strom zu produzieren (Foto: Eco Stor)
Geplanter Stromspeicher in Förderstedt bei Staßfurt in Sachsen-Anhalt: Zwei Stunden Elektrizität für
500 000 Haushalte, falls gerade mal die Sonne nicht scheint und kein Wind weht, um grünen Strom zu produzieren (Foto: Eco Stor)

Nachdem er sich vor einigen Monaten abzeichnete, läuft der Boom beim Bau und bei der Inbetriebnahme von Stromspeichern in Deutschland jetzt richtig heiß. So gab es gerade in Förderstedt bei Staßfurt in Sachsen-Anhalt den ersten Spatenstich für den bislang größten geplanten Stromspeicher hier zu Lande. Die Riesenanlage, bestehend aus vielen einzelnen Batterien, soll 700 Megawattstunden Strom speichern, so viel, wie 500 000 private Haushalte in zwei Stunden verbrauchen. Das Signal, dass damit für die Energiewende ausgeht, könnte kaum deutlicher sein. Das Monstrum in Ostdeutschland zeigt, dass es Alternativen zu den von der Bundesregierung geplanten hochsubventionierten klimaschädlichen Gaskraftwerken gibt, um Strom während Dunkelflauten bereit zu stellen. Das sind die Stunden, in denen weder die Sonne scheint noch Wind weht, um ausreichend grünen Strom zu produzieren.

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Eco Stor plant 30 große Stromspeicher deutschlandweit bis 2030

Der Baubeginn in Föderstedt reiht sich eine Liste weiterer geplanter Riesenstromspeicher in Deutschland ein. So kündigt die Firma Eco Stor aus Kirchheim bei München, die den Rekordspeicher in Sachsen-Anhalt realisiert, auf ihrer Website an, nach dem Baubeginn eines 238 Megawattstunden starken Speichers in Schuby in Schleswig-Holstein und einer 600 Megawattstunden starken Anlage im rheinland-pfälzischen Wengerohr für 2028 ein weiteres Highlight auf den Weg zu bringen: einen sogar 716 Megawattstunden Stromspeicher im Stadtteil Weigheim der baden-württembergischen Stadt Villingen Schwenningen. Ziel sei es, bis 2030 an 30 Standorten verteilt über ganz Deutschland Stromspeicher mit einer Kapazität von zehn Gigawattstunden zu bauen. Damit ließen sich mehr als 100 000 Haushalte in Deutschland einen halben Tag lang mit Strom versorgen.

Braunkohleverstromer Leag Europarekord in Brandenburg

Doch dies ist erst der Anfang. Nachdem Ende Oktober der Essener Energiekonzern und Braunkohleverstromer RWE am einstigen bayrischen Atomkraftwerksstandort Grundremmingen den Bau des bisher größten deutschen Batteriespeichers mit einer Kapazität von rund 700 Megawattstunden (MWh) gestartet hatte, sattelt nun das brandenburgische Gegenstück Leag kräftig drauf. Der ostdeutsche Braunkohleverstromer, dessen Tage wie bei RWE durch den Kohleausstieg in Deutschland bis 2035 gezählt sind, plant im brandenburgischen Jänschwalde eine sogenannte Gigabattery mit einer Speicherkapazität von 4000. Dies reiche aus, um 1,6 Milionen Haushalte vier Stunden mit Strom zu versorgen. Erstellt wird der dann größte Stromspeicher Europas von der deutschen Tochter des US-Speicherspezialisten Fluence Energy, derzufolge die Anlage ein „Meilenstein für die Energiezukunft Deutschlands und Europas“ sei. Bleibt abzuwarten, was aus den ohnehin wackligen Plänen der ehemaligen Energiekonzernmanagerin und neuen Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) wird, Deutschland mit teuren Gasreservekraftwerken zu überziehen, wenn in den kommenden Jahren weitere Stromspeicher hinzukommen.

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